Fahrzeug des Monats
Oktober 2026
Großtanklöschfahrzeug 4000/3000/2000 (GTLF 4000/3000/2000)
Einsatzfahrzeug der Industriefeuerwehr (Werkfeuerwehr) Regio Basel AG (IFRB)
Standort: Industriegebiet Schweizerhalle, Basel-Landschaft/Schweiz
Funkrufname: “GTLF 31” (3 = Schweizerhalle / 1 = lfd. Nummer des Fahrzeugtyps)
Technische Daten
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Fahrgestell (Hersteller) |
Scania |
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Typ |
P 500 |
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Motor |
6-Zylinder Diesel (Euro 6) |
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Hubraum |
13 l |
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Leistung |
500 PS (368 kW) |
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Antriebsart/Radformel |
8x4*4 |
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Höchstgeschwindigkeit |
90 km/h |
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Abmessungen |
12,28 m (L), 2,55 m (B), 3,53 m (H) |
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Radstand |
4,75 m |
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zul. Gesamtgewicht |
32 t |
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Ausbau/Ausrüstung |
Rosenbauer, Leonding/Österreich Aufbau - Typ Rosenbauer MT Industrial (Modular Technology) Pumpe - Typ Rosenbauer N65 (FPN 10-6000),
- Typ Rosenbauer RM 35, - Typ Rosenbauer RM 15, Generator - Typ GTS, Lichtmast/Beleuchtung - Typ Rosenbauer Flexilight, Zusatzausstattung (auszugsweise) - 2 x Ein-Personen-Schlauchhaspel (Typ Rosenb. RTE), optisch - LED-Verkehrswarneinrichtung (Heck) akustisch |
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Besatzung |
1/4 (erweiterter Trupp) |
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Indienststellung |
12/2025 |
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amtl. Kennzeichen |
BL-6160 |
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Rosenbauer, nach eigenen Angaben größter Feuerwehrausstatter der Welt, hat für das mächtige Großtanklöschfahrzeug (GTLF) der MT-Industrial-Baureihe (MT für Modular Technology) ein Fahrgestell von Scania verwendet. Genauer gesagt bildet ein Scania P 500 8x4*4 mit Tridem-Achsorgan die Basis für das neue GTLF der Industriefeuerwehr Regio Basel AG (IFRB). Ein 500 PS starker 6-Zylinder Dieselmotor sorgt für den Antrieb. Der überträgt seine Kraft auf die zweite und dritte Achse. Um den mehr als zwölf Meter langen Koloss sicher durch die Kurve lenken zu können, ist der 32-Tonner mit einer aktiv gelenkten Nachlaufachse ausgerüstet. Bei Scania Lkw übernimmt die Steuerung der letzten Achse im Tridem-Verbund ein elektrohydraulisches Lenksystem. Es arbeitet vollautomatisch: Die Nachlaufachse schlägt beim Einschlagen der Vorderachse geschwindigkeitsabhängig aktiv mit ein. Ab einer höheren Fahrgeschwindigkeit (meist ab Tempo 30 bis 40) wird die Achse automatisch starr zentriert, um bei schneller Fahrt die Fahrstabilität zu sichern. Das verlängerte Mannschaftsfahrerhaus vom Typ CP28L CrewCab (L für long) haben die Schweden – die zur Traton-Gruppe (Volkswagen) gehören – gleich mitgeliefert. Es wurde speziell für die anspruchsvollen Einsätze der Feuerwehr entwickelt und zeichnet sich durch maximale passive Sicherheit aus, da es strengste Crash-Standards erfüllt. Die Kabine bietet regulär Platz für eine Gruppe von neun Einsatzkräften. In der GTLF-Version ist sie für fünf Werkfeuerwehrleute (1/4) ausgelegt, die hier ihre maßgeschneiderten Plätze haben.
Die Hydromatic regelt es.
Stationiert ist das Industrielöschfahrzeug in Schweizerhalle, einem riesigen Industriegebiet nahe der Stadt Basel im Dreiländereck Schweiz, Frankreich, Deutschland. Hier haben gleich mehrere weltweit bekannte Großkonzerne der Chemie- und Pharmabranche bedeutende Produktions- und Entwicklungsstandorte: Clariant, Novartis, BASF und CABB. Die Industriefeuerwehr Regio Basel begegnet diesen extremen Herausforderungen mit speziell ausgebildeten Einsatzkräften und hochmoderner Löschtechnik wie dem neuen Industrielöschfahrzeug. Seine komplette Bezeichnung Großtanklöschfahrzeug 4000/3000/2000 (GTLF 4000/3000/2000) verrät: Der Vierachser hat gleich drei Tanks an Bord. Neben 4.000 Liter Wasser werden 2.000 Liter Schaummittel und 3.000 Liter Natriumthiosulfat mitgeführt. Die wässrige Lösung dient dazu, Halogene wie Chlor und Brom, die zuvor mit einem Wassernebel niedergeschlagen wurden, zu neutralisieren. Natriumthiosulfat wirkt als starkes Reduktionsmittel – verwandelt beispielsweise das aggressive, giftige Chlor in harmlose, neutrale Chlorid-Ionen (Salze) und Sulfate. Im Heck des GTLFs arbeitet mit der N65 eine leistungsstarke Normaldruck-Pumpe aus dem Rosenbauer-Programm. Die FPN 10-6000 fördert unter optimalen Bedingungen bis zu 6.500 Liter pro Minute bei einem Ausgangsdruck von zehn bar.
Die Industriefeuerwehr Regio Basel verfügt seit kurzem über ein Großtanklöschfahrzeug 4000/3000/2000 (Scania/Rosenbauer). (Foto: Rosenbauer)
Der Vierachser ist am Standort Schweizerhalle (Kanton Basel-Landschaft) stationiert.
(Foto: Rosenbauer)
Zudem hat Rosenbauer seine Hydromatic 240 eingebaut. Dabei handelt es sich um ein leistungsstarkes, vollautomatisches Industrie-Druckzumischsystem, das speziell für den massiven Schaumeinsatz bei Großbränden in der Industrie und Chemiebranche entwickelt wurde. Eine hydraulisch angetriebene Zahnradpumpe, die für eine maximale Leistung von 240 Litern pro Minute ausgelegt ist, mischt dem Löschwasser das Schaummittel unter Druck zu. Die Zumischrate, die stufenlos eingestellt werden kann, liegt bei der Hydromatic standardmäßig zwischen 0,5 und sechs Prozent. Das System ist zudem unerlässlich, um das „Sonderlöschmittel“ Natriumthiosulfat wirksam verwenden zu können. Das Reduktionsmittel lagert als fertig vorgemischte, 30-prozentige wässrige Lösung einsatzbereit im eigenen 3.000-Liter-Tank des GTLF. Im Einsatz wird der Stoff von der Hydromatic angesaugt, die ihn unter Druck exakt dosiert dem Wasserstrom beimengt. Erst jetzt wird das Natriumthiosulfat (individuell) so verdünnt, wie es für die Chemikalienbindung am jeweiligen Einsatzort nötig ist. Ein weiterer Vorteil der Hydromatic liegt in der völlig unabhängigen Regelung der einzelnen Druckabgänge: Die Einsatzkräfte können an jedem Abgang ganz individuell entscheiden, ob reines Wasser, ein Wasser-Schaummittel-Gemisch oder die spezielle Wasser-Natriumthiosulfat-Mischung abgegeben wird – ohne das Druckschwankungen die Zumischraten verändern.
Leistungsstarke Dachmonitore für die Löschmittelabgabe
Die Abgabe des Lösch- und Reduktionsmittels erfolgt unter anderem über zwei ferngesteuerte, leistungsstarke Monitore (Werfer) auf dem Fahrzeugdach. Verwendung findet zum einen der Rosenbauer RM35 mit Hohlstrahldüse. Seine max. Durchflussmenge beträgt 4.500 Liter pro Minute (Wasser, Schaum oder Natriumthiosulfat), regulierbar in Teilmengen. Der Werfer kann bis auf eine Höhe von 45 Zentimetern ausgefahren werden. Unter optimalen Bedingungen erreicht das Gerät Wurfweiten von bis zu 85 Metern (Wasser). Als weiterer Dachmonitor kommt der Rosenbauer RM15 mit Hohlstrahldüse zum Einsatz. Er hat eine max. Durchflussmenge von 1.800 Litern Wasser, kann gut einen halben Meter ausgefahren werden und erreicht eine Wurfweite von bis zu 65 Metern. Das GTLF ist am Heck mit zwei fahrbaren Ein-Personen-Schlauchhaspeln, sogenannten Aufprotzhaspeln (Typ Rosenbauer RTE One Person Reel), versehen, um im Einsatzfall schnellstmöglich eine Schlauchverbindung zum nächsten Hydranten herzustellen. Um die Stromversorgung an der Einsatzstelle sicherzustellen, verfügt das Fahrzeug über einem 20-kVA-Generator von GTS, der dank FireCan Technologie mit dem zentralen Bedienstand vernetzt ist. Der Lichtmast (Typ Rosenbauer Flexilight) des Vierachsers sorgt bei Dunkelheit für gute Sichtverhältnisse. Er ist mit acht LED-Hochleistungsscheinwerfern (24V/56W) ausgestattet, per Fernsteuerung auf acht Meter Höhe ausfahrbar, um 360 Grad schwenkbar und 180 Grad neigbar. Die Leistung beträgt 56.640 Lumen, was der Leuchtkraft von rund 70 60-Watt-Glühbirnen entspricht.
Bei der IFRB wird das GTLF 4000/3000/2000 übrigens per Funk nur kurz „GTLF 31“ gerufen. Der Nummernblock mit der 3 ist fest für Fahrzeuge des Standorts Schweizerhalle reserviert und das GTLF ist das erste dieser Wache.
Das GTLF misst eine Länge von über zwölf Metern. Es hat Wasser, Schaum und Reduktionsmittel in den Tanks.
(Foto: Rosenbauer)
Blick in den hinteren Geräteraum (G 4): Die Rosenbauer Hydromatic erledigt die Direkteinspritzung
des Schaummittels und/oder Reduktionsmittels.
(Foto: Rosenbauer)
Feuerwehr als Aktiengesellschaft
Die Industriefeuerwehr Regio Basel entstand im Jahr 2012 durch den Zusammenschluss mehrerer „Werkfeuerwehren“ (Betriebsfeuerwehren nach Schweizer Recht) und betreibt heute vier Standorte, die sich über eine Strecke von 40 Kilometern entlang des Rheins befinden. Neben Schweizerhalle im Kanton Basel-Landschaft (GETEC.PARK.SWISS und CABB) sind das: Basel mit der Hauptwache an der Klybeckstraße (Industrieareale Klybeck, Rosental und St. Johann), Stein im Kanton Aargau (Life Science Park Rheintal) und Kaisten, ebenfalls im Kanton Aargau (Werke BASF und Syngenta). Rund 65 Mitarbeiter beschäftigt die IFRB. Der überwiegende Teil von ihnen sind Feuerwehrleute im „operativen Wachdienst“, hinzu kommen Leitstellendisponenten (Alarmzentralisten) und Mitarbeiter im „Emergency Management“. Die „Werkfeuerwehr“ kann im Notfall auf 250 Milizfeuerwehrangehörige zurückgreifen – freiwillige Feuerwehrleute, die im Hauptberuf in den Chemie- und Pharmawerken arbeiten und die Hauptamtlichen bei Bedarf unterstützen.“ 35 Einsatzfahrzeuge zählen zum IFRB-Fuhrpark. Etwa 1.250 Mal jährlich rücken die Industrie-Brandschützer aus.
Eine „Institution“ wie die IFRB gibt es in dieser Form im deutschen Feuerwehrwesen nicht. Sie ist eine durch die Vereinigung Schweizerischer Berufsfeuerwehren (VSBF) anerkannte Berufsfeuerwehr, agiert in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft, ist jedoch als sogenannte Non-Profit-Organisation nicht auf Gewinnerzielung ausgerichtet. Ihre Aktionäre – die führenden Pharma- und Chemiekonzerne der Region Basel – sind zugleich ihre Hauptkunden. Über die Werksgrenzen hinaus übernimmt die Wache Schweizerhalle wichtige staatliche Aufgaben. Sie steht als kantonale ABC-Wehr für den Kanton Basel-Landschaft bereit und kümmert sich damit um den Schutz der Bevölkerung vor chemischen, biologischen und atomaren Gefahren. Dafür stehen hochqualifizierte IFRB-Fachberater zur Verfügung. Gleichzeitig stellt die Industriewehr mit ihrer eigenen Messgruppe den Kern des regionalen Messzugs. (Redaktion: kfv-herford.de)
-Vo-
Das GTLF im Übungseinsatz: Über die beiden leistungsstarken Dachwerfer wird das Löschmittel ausgebracht.
(Foto: Rosenbauer)
Bei Dunkelheit sorgt der Lichtmast mit acht LED-Scheinwerfern für gute Sichtverhältnisse.
(Foto: Rosenbauer)
Hinweis: Der KFV Herford benötigt ständig interessante Fahrzeugfotos der Feuerwehr und
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