Großbestellung, um Kosten zu sparen

 

 

57 Kommunen haben sich in Baden-Württemberg zusammengeschlossen

bestellung bawue

Stuttgart/Giengen. Die Preise für neue Feuerwehrfahrzeuge sind in den letzten Jahren drastisch gestiegen. Gleichzeitig ist die finanzielle Lage vieler Kommunen dramatisch. Zum ersten Mal haben sich Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg sowie eine Werkfeuerwehr zusammengetan, um 69 Löschgruppenfahrzeuge 10 (LF 10) gemeinsam zu beschaffen und dadurch Kosten zu sparen. Feuerwehrausrüster Ziegler soll die Fahrzeugflotte nun liefern.  

Das Innenministerium Baden-Württemberg hat das Verfahren laut Pressemitteilung vom 22. Januar 2026 koordiniert. Statt Dutzender einzelner und aufwendiger Vergabeverfahren, beschafft das Innenministerium die Löschfahrzeuge nun zentral. Das spart den Kommunen viel Zeit, Arbeitskraft und auch Geld. Sie profitieren von einem günstigeren Anschaffungspreis und erhalten zusätzlich eine höhere Förderung vom Land. 57 Städte und Gemeinden sowie eine Werkfeuerwehr sind beteiligt. Einige erhalten gleich mehrere Fahrzeuge. „Mit der gemeinsamen Beschaffung haben wir die Kommunen entlastet und Kräfte gebündelt“, sagt Innenminister Thomas Strobl. „Und freilich freut es mich auch, dass ein Hersteller aus Baden-Württemberg das wirtschaftlich günstigste Angebot unterbreitet hat und die Kommunen damit Feuerwehrfahrzeuge ‚made in the Länd‘ erhalten!“

bestellung bawue57 Kommunen und eine Werkfeuerwehr aus Baden-Württemberg erhalten baugleiche Löschgruppenfahrzeuge 10, um Kosten zu sparen.
(Symbolfoto: Ziegler) 

Ziegler (Giengen a.d. Brenz) verwendet für die LF 10 Allrad-Fahrgestelle von MAN (Typ TGM 13.290 4x4 BL, 290 PS/213 kW, Euro 6). Der Lieferumfang ist vom Grundsatz her  einheitlich definiert (u.a. 2.000-Liter-Wassertank und Pumpe FPN 10-2000, pneumatischer Lichtmast, Webasto-Zusatzheizung, Rückfahrkamera), wodurch eine standardisierte und wirtschaftliche Fertigung möglich ist. Die Fahrzeuge werden mit dem Aufbau der neuesten ALPAS-Generation (Aluminium-Paneel-System)  sowie dem aktuellen Bedien- und Steuerungskonzept Z-Control ausgestattet. Der Geräteraum 2 kann mit einer kundenspezifischen Beladung ausgestattet werden. Zudem besteht die Option, auf der linken Dachseite entweder einen zweiten Dachkasten oder die Lagerung für eine Schiebleiter zu realisieren. Damit bleibt Raum für die individuellen Anforderungen der  Kommunen. Den ersten Prototyp will Ziegler innerhalb von 13 Monaten liefern.  Das Löschgruppenfahrzeug 10 ist ein genormtes Feuerwehrfahrzeug, das zu den vielseitigsten Einsatzfahrzeugen der kommunalen Feuerwehren zählt. Es ist für eine Besatzung von neun Einsatzkräften (Gruppe) ausgelegt und dient vorrangig der Brandbekämpfung sowie der einfachen technischen Hilfeleistung.

Das Innenministerium Baden-Württemberg hatte im vergangenen Jahr die „Verwaltungsvorschriften über Zuwendungen an das Feuerwehrwesen“ geändert und damit  Zentralbeschaffungen erst möglich gemacht. Bisher war es üblich, dass die Kommunen ihre Einsatzfahrzeuge jeweils einzeln beschaffen und technisch individuell ausgestalten. Für solche Einzelanfertigungen verlangen die Hersteller zum Teil absurd hohe Preise. So kostete ein voll ausgestattetes Hilfeleistungslöschfahrzeug 20 (HLF 20)  2010 noch etwa 350.000 Euro, während heute rund 650.000 Euro und mehr verlangt werden. (IM Baden-Württemberg, Ziegler, Redaktion: kfv-herford.de)

                                                                                                                                                    -Vo-