Vorsichtiger Optimismus

Lagebeurteilung durch die Kreisverwaltung

Kreis Herford.  Das Corona-Virus breitet sich in Deutschland weiter aus. Noch ist der Höhepunkt der Covid-19-Pandemie nicht erreicht. Doch schon jetzt belastet die Krankheitswelle zunehmend die Kliniken. Knapp 30 Corona-Patienten befinden sich derzeit im Kreis Herford in stationärer Behandlung (Stand 09.04.2020). Unterdessen sind zwei weitere Todesfälle bekanntgeworden.

 

Ein 91-Jähriger und ein 89-Jähriger erlagen ihrer Corona-Infektion. Die beiden Männer kamen aus Herford und hatten bereits Vorerkrankungen. Mehr gab die Kreisverwaltung aus Pietätsgründen nicht bekannt. Damit ist die Zahl der Corona-Todesfälle im Kreis Herford auf drei gestiegen. Landrat Jürgen Müller sprach den Angehörigen der Verstorbenen sein tiefes Mitgefühl aus. Er appellierte noch einmal an das Gewissen und Verantwortungsbewusstsein der Bürger. „Jeder muss sich an die Regeln halten, um die älteren Mitmenschen und Risikogruppen zu schützen.“

 


Das Corona-Virus breitet sich in Deutschland weiter aus. Im Kreis Herford starben bisher drei Menschen an der gefährlichen Lungenkrankheit.
(Symbolfoto: Marco Verch, Flickr)

 

Zahl der Erkrankten liegt hierzulande im bundesweiten Durchschnitt

Während einer Pressekonferenz gab die Kreisverwaltung weitere Einzelheiten zur derzeitigen Lage im Kreis Herford bekannt. Danach werden von den knapp 30 Covid-19-Patienten, die sich in den drei Krankenhäusern befinden, fünf intensivmedizinisch behandelt. Bei drei von ihnen ist die künstliche Beatmung erforderlich. Derzeit sind im Kreisgebiet 146 Menschen an Covid-19 erkrankt. Die Fallzahl liegt damit unter dem OWL-weiten Schnitt. Und so zeigte sich Dr. Marie-Luise Kluger, die Leiterin des Kreis-Gesundheitsamtes, an diesem Tag vorsichtig optimistisch. „Der befürchtete exponentielle (also schlagartige)  Anstieg der Fälle ist bei uns ausgeblieben.“  Etwa zehn Prozent der Corona-Tests fielen hierzulande positiv aus, sagte Kluger. Sie sprach von einem stabilen Wert, der in den vergangenen Tagen nicht weiter angestiegen sei und mit dem bundesweiten Durchschnitt weitgehend übereinstimme. Zu einer schrittweisen Lockerung der Kontaktbeschränkungen wird es frühestens ab dem 20. April kommen. Dann sei es besonders wichtig, so Kluger, die älteren Mitmenschen und Risikogruppen weiter zu schützen.  

Klinikum Herford, Methilden Hospital und Lukas Krankenhaus verfügen insgesamt über 1.200 Betten. Die derzeitige Auslastung betrage nach Angaben der Kreisverwaltung 50 Prozent. In der Regel liege diese aber zwischen 80 und 100 Prozent. Der niedrige Wert sei vor allem damit zu begründen, dass planbare Eingriffe verschoben worden seien. Derzeit würden viele ältere Menschen und Covid-19-Patienten stationär behandelt, die besonders pflegebedürftig seien. Das erfordere entsprechende personelle Ressourcen.

Landrat Müller hob in diesem Zusammenhang ausdrücklich die nach seinen Worten bemerkenswerte Zusammenarbeit zwischen den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen im Wittekindsland hervor. „Sie haben die Situation bisher in einem konstruktiven Dialog gut gemeistert.“ Müller bedankte sich ebenso bei der heimischen Wirtschaft, die besonders bei der Beschaffung von Schutzmasken behilflich sei.

 


Die Corona-Lage im Kreis Herford ist nach Einschätzung der Kreisverwaltung stabil.
(Foto: Redaktion: kfv-herford.de)

 

Rettungsdienst gut vorbereitet

Der Rettungsdienst ist im Übrigen auf den Transport von Corona-Patienten gut vorbereitet. Schutzanzüge, FFP2-Masken und Schutzbrillen liegen bereit. „Die Materialen sind ausreichend vorhanden“, so die Verwaltung. Die Beschaffung erfolge zentral für alle Feuer- und Rettungswachen im Kreis Herford. Die Behörde bittet darum, gut gemeinte Sachspenden für den Rettungsdienst nicht über die Leitstelle oder die Notrufnummer 112 anzubieten, sondern dafür das Bürgertelefon unter der Rufnummer 05221/131500 oder die E-Mail-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zu nutzen.

 

Eindringlicher Appell des Landrates

Landrat Müller lobte die Bevölkerung im Kreis Herford, die sich mit großer Mehrheit an das Kontaktverbot halte. Er sei positiv davon angetan, wie die Menschen mit dieser schwierigen Situation umgehen würden. Gleichzeitig appellierte er an die Bürger, die  Regeln auch über die Ostertage weiter einzuhalten. „Verstöße werden konsequent verfolgt und ziehen ein entsprechendes Bußgeld nach sich!“  (Infos: Kreisverwaltung Herford, Redaktion: kfv-herford.de)


                                                                                                                                                    -Vo-

 


Grafik: Kreis Herford