Im Rahmen der Vorgeplanten überörtlichen Hilfe (VüH) wurden in allen fünf NRW-Regierungsbezirken (Arnsberg, Detmold, Düsseldorf, Köln u. Münster) Bezirksreserven aufgestellt, die bei Großeinsatzlagen und Katastrophen – wie beispielsweise Überflutungen oder Waldbränden - zum Einsatz kommen. Die Bezirksreserve Detmold besteht aus vier Bereitschaften: Bielefeld (1. Bereitschaft), Herford/ Minden-Lübbecke (2. Bereitschaft), Paderborn/Höxter (3. Bereitschaft), Lippe/Gütersloh (4. Bereitschaft).
Eine Bezirksbereitschaft setzt sich aus der Bezirksbereitschaftsführung (BezBerFü), vier Löschzügen und einem Logistikzug (s. Log-Z NRW) zusammen. Die Löschzüge bestehen (jeweils) aus Einsatzleitwagen 1 (ELW 1), Hilfeleistungslöschfahrzeug 20 (HLF 20), Löschgruppenfahrzeug 20 für den Katastrophenschutz (LF 20 KatS) und ggf. einem Mannschaftstransportfahrzeug (MTF).
Zu den Aufgaben der Löschzüge zählen die Auftragsübernahme, Planung des technisch-taktischen Einsatzes, Durchführung der erforderlichen Maßnahmen und Aufbau der Einsatzstruktur im eigenen Aufgabenbereich. Sie können nach Lage (Wasserförderung, flächiges Hochwasser, Waldbrand oder Technische Hilfe) durch max. ein zusätzliches Fahrzeug (wie z.B. einen Rüstwagen) ergänzt werden. Wird eine Bereitschaft über die Bezirksregierung angefordert, so muss die Abmarschbereitschaft (bei Einsätzen bis 24 Stunden) spätestens zwei Stunden nach der Alarmierung bzw. (bei Einsätzen länger als 24 Stunden) zwölf Stunden nach der Alarmierung sichergestellt sein.
Einsätze der 2. Bereitschaft in den zurückliegenden Jahren:
2011 Großbrand Naturschutzgebiet Hohes Venn (Aachen/NRW, Belgien)
2013 Elbehochwasser (Schönebeck/Sachsen-Anhalt)
2014 Gewittersturm „Ela“ (Mülheim a.d. Ruhr/NRW)
2021 Hochwasser bzw. Sturzflut „Bernd“ (Märkischer Kreis/NRW)
Verstärkung der Deiche des Elbe-Umflutkanals bei Schönebeck/Sachsen-Anhalt
während des Elbehochwassers im Jahr 2013.
Bereitstellungsraum in Mülheim/Ruhr während der Aufräumarbeiten nach Gewittersturm „Ela“ im Jahr 2014.
Lagebesprechung in Mülheim/Ruhr (2014)
Löschgruppenfahrzeug 20 für den Katastrophenschutz (LF 20 KatS)
Das LF 20 KatS kommt vorrangig für die Brandbekämpfung und Wasserförderung über lange Wegstrecken zum Einsatz. Die Pumpe im Heck leistet 2.000 Liter pro Minute bei einem Ausgangsdruck von 10 bar. Der Löschwassertank fasst 1.000 Liter für den Erstangriff. Herzstück im Geräteraum 1 bildet die Tragkraftspritze. Sie wird von einem Viertaktmotor mit 68 PS angetrieben und leistet 1.900 Liter pro Minute bei 10 bar Ausgangsdruck (LF KatS-Version Mercedes-Benz/Ziegler). Auf dem Fahrzeug sind 30 B-Schläuche mit einer Gesamtlänge von 600 Metern verladen. Ein Teil des Schlauchmaterials liegt zusammengekuppelt im Heck. Zwei Einsatzkräfte, die auf Podesten (sog. Auftritt-Plattformen) stehen, können somit eine Schlauchleitung verlegen, während das Fahrzeug langsam voranfährt. Die Besatzung besteht aus einer Gruppe von 9 Feuerwehrleuten.
LF 20 KatS des Katastrophenschutzes NRW (KatS NRW), die von Bund oder Land beschafft wurden, sind in Enger, Herford, Hiddenhausen, Kirchlengern und Vlotho stationiert. Sie stehen für den Katastrophenschutz bereit und werden im Übrigen für den Brandschutz auf kommunaler Ebene genutzt. Im Kreis Herford gibt es weitere Fahrzeuge dieses Typs, die von den Kommunen selbst finanziert wurden.
Löschgruppenfahrzeug für den Katastrophenschutz am Standort Kirchlengern-Südlengern.