37. Verbandstag des Kreisfeuerwehrverbandes Herford
Kreis Herford. Einsätze, Übungen und Ausbildungsveranstaltungen: Das Jahr 2025 war für die Feuerwehrleute im Kreis Herford sehr arbeitsreich. Am vergangenen Samstag (4.07.2026) zog der Kreisfeuerwehrverband Herford e.V. - die Interessenvertretung der Brandschützer - Bilanz. Bernd Kröger, Kreisbrandmeister und 1. Vorsitzender, hatte zum 37. Verbandstag eingeladen. 111 Feuerwehr-Delegierte und zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Verwaltung waren daraufhin in der Kreisfeuerwehrzentrale in Hiddenhausen-Eilshausen zusammengekommen.
Alleine in den aktiven Einsatzabteilungen gibt es 1.642 Ehrenamtliche, die gemeinsam mit den 158 hauptamtlichen Kräften den Brandschutz im Kreis Herford sicherstellen. „Heute ist Gelegenheit, all denjenigen Danke zu sagen, die sich Tag für Tag und oft auch Nacht für Nacht für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger einsetzen“, sagte Landrat Mirco Schmidt in seinem Grußwort. Die Feuerwehren seien ein unverzichtbarer Pfeiler des Gemeinwesens. „Immer dann, wenn Hilfe gebraucht wird, sind sie zur Stelle – schnell, kompetent und mit großem Einsatz.“ In den Kinder- und Jugendfeuerwehren werde ebenfalls eine hervorragende Arbeit geleistet, erklärte Schmidt, dessen kleiner Sohn in der Kinderfeuerwehr aktiv ist. „Immer wenn ich in seine glücklichen Augen schaue, weiß ich, er ist dort gut aufgehoben.“
Mit dem Kreisverbandstag und dem „Tag der offenen Tür“ an der Kreisfeuerwehrzentrale am darauffolgenden Sonntag stehe die Gemeinde Hiddenhausen ganz im Zeichen des Brand- und Katastrophenschutzes, meinte Bürgermeister Andreas Hüffmann. Die Feuerwehrzentrale sei nach seiner Ansicht Herzstück für Ausbildung, Logistik und Kameradschaft. „Doch all die moderne Technik ist wertlos ohne die Menschen, die sie mit Leben füllen.“ Zuvor hatte die Versammlung der im letzten Jahr verstorbenen Feuerwehrleute gedacht. Das Blasorchester der Feuerwehr Herford spielte das Lied vom Guten Kameraden.
Die Delegierten des Kreisfeuerwehrverbandes sind in der Kreisfeuerwehrzentrale zusammengekommen.
Kreisbrandmeister Bernd Kröger hat Grund zur Freude: Der Verband ist personell so gut aufgestellt, wie nie zuvor.
Landrat Mirco Schmidt bedankt sich bei den Feuerwehrleuten für den großen Einsatz, der vor allem ehrenamtlich erbracht wurde.
Für Hiddenhausens Bürgermeister Andreas Hüffmann ist die Kreisfeuerwehrzentrale Herzstück für Ausbildung, Logistik und Kameradschaft.
Schlauch-Verlege-System soll Lücke schließen
Die Baumaßnahme an der Kreisfeuerwehrzentrale hat zu spürbaren Verbesserungen geführt. Für knapp 6,7 Millionen Euro entstanden neue Werkstätten, Büros, Fahrzeugstellplätze und Übungsanlagen. Das Belastungstraining für die Atemschutzgeräteträger finde jetzt in einer Übungsstrecke statt, die neuesten technischen und ergonomischen Anforderungen genüge, erklärte Kreisbrandmeister Bernd Kröger. Gleichzeitig wurde eine Atemschutzübungswohnung realisiert. Die Einsatzkräfte trainieren jetzt mit VR-Brillen, also in der Virtuellen Realität, das taktische Vorgehen bei einem Wohnungsbrand. „Das ist zurzeit bundesweit einmalig und bietet ganz neue Möglichkeiten.“ Der Feuerwehrchef kam in seinem Bericht auch auf die personelle Entwicklung des Kreisfeuerwehrverbandes zu sprechen, der mittlerweile 2.884 Mitglieder zählt. „Das ist auf das große Engagement der Kinder- und Jugendfeuerwehren, Einsatz-, Unterstützungs- und Ehrenabteilungen zurückzuführen. Im zurückliegenden Jahr war es im Kreis Herford zu 24 Großbränden gekommen, bei denen drei Menschen starben. Gerade bei solchen Unglücken sei eine ausreichende Löschwasserversorgung von entscheidender Bedeutung für den Einsatzerfolg, meinte Kröger. Doch die vorhandenen Schlauchwagen des Bundes seien veraltet und ein Fahrzeug mittlerweile sogar ausgemustert. „Der Kreis Herford wird daher einen Gerätewagen Logistik mit einem leistungsfähigen Schlauch-Verlege-System beschaffen, um diese Lücke zu schließen“, sagte Kröger. Das Fahrzeug werde über 2.000 Meter A-Schläuche verfügen, die während der Fahrt verlegt und später maschinell wieder aufgenommen werden könnten. Auch bei der Grundausbildung der Feuerwehrleute, die bundes- bzw. landeseinheitlich geregelt ist, seien Änderungen geplant, stellte der Feuerwehrchef in Aussicht. „Künftig gibt es weniger Theorie und dafür mehr handlungsorientierte Praxisschulungen.“
Berichte aus den „Fachbereichen“
Karsten Nordsieck, der Geschäftsführer des Kreisfeuerwehrverbandes, erinnerte an den 44. Leistungsnachweis der Feuerwehren, bei dem im vergangenen Jahr 30 Mannschaften mit rund 200 Teilnehmenden an den Start gegangen waren. Sie führten einen Löschangriff vor, demonstrierten Knoten und Stiche, beantworteten Wissensfragen und bewiesen sportliche Fitness. „Wünschenswert wäre, wenn die Teilnehmerzahl weiter steigen würde“, meinte Nordsieck. Der Geschäftsführer kam auch auf das Einsatzgeschehen zu sprechen. 648 Brandeinsätze und 1.925 Technische Hilfeleistungen sind in der Statistik aufgeführt. „382 Menschen konnten gerettet werden“, sagte Nordsieck.
Die Ausbildung der ehrenamtlichen Feuerwehrleute an der Feuerwehrzentrale wird ebenfalls durch den Kreisfeuerwehrverband organisiert. 42 Lehrgänge und Seminare mit insgesamt rund 700 Teilnehmenden fanden im zurückliegenden Jahr statt. „Neue Technologien und der Klimawandel stellen uns immer wieder vor neue Herausforderungen“, erklärte Holger Klann, der Ausbildungsbeauftragte des Verbandes. „Es muss neue Technik beschafft und der Umgang damit geschult werden.“ Klann bedankte sich bei den rund 50 ehrenamtlichen Ausbildern des Verbandes: „Ohne Eure Unterstützung wäre die Ausbildung in dieser Form nicht möglich.“
Kreisjugendfeuerwehrwartin Natascha Meier berichtete abschließend über die Kinder- und Jugendfeuerwehrarbeit. Höhepunkt des Jahres war das viertägige Kreisjugendzeltlager am Hennesee im Sauerland. „Dort standen Spiel, Sport und viele gemeinsame Erlebnisse im Mittelpunkt.“ Währenddessen kamen die Kinderfeuerwehren zum 4. Kinderfeuerwehrerlebnistag im Tierpark Herford zusammen. Die Nachwuchsarbeit zeigt spürbare Erfolge: „32 Knirpse wechselten aus der Kinder- in die Jugendfeuerwehr; gleichzeitig konnten 25 junge Erwachsene aus der Jugendfeuerwehr in die aktive Wehr übernommen werden“, so Meier.
Zum Schluss des Kreisverbandstags wurden verdiente Feuerwehrleute geehrt: Christoph Aspelmeier (Kreisfeuerwehrzentrale), Anja Rainey und Gerd Plümers (beide Hiddenhausen) erhielten die Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes in Silber. Maik-Oliver Häusler (Enger) und Thomas Kröger (Löhne) wurden mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Bronze ausgezeichnet, während Holger Klann (Kreisfeuerwehrzentrale) das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber erhielt.
Jens Vogelsang
(Text u. Fotos)
Abordnung aus Vlotho
Abordnung aus Hiddenhausen
Abordnung aus Kirchlengern






Das Blasorchester der Feuerwehr Herford sorgt für die musikalische Untermalung des Verbandstages.
Abordnung des THW



(v.l.) Kreisbrandmeister Bernd Kröger, Stellvertreter Holger Klann u. Geschäftsführer Karsten Nordsieck
Kreisjugendfeuerwehrwartin Natascha Meier berichtet über die Kinder- u. Jugendfeuerwehrarbeit
Auszeichnung für Anja Rainey u. Gerd Plümers
Auszeichnung für Maik-Oliver Häusler
Auszeichnung für Thomas Kröger
Auszeichnung für Holger Klann
Gruppenfoto der Geehrten: (v.l.) Thomas Kröger, Gerd Plümers, KBM Bernd Kröger, Anja Rainey, Christoph Aspelmeier, Holger Klann, Maik-Oliver Häusler, Geschäftsführer Karsten Nordsieck u. Landrat Mirco Schmidt