Jugendgruppenleiter-Lehrgang 2026
Kreis Herford. Eine gute Kinder- und Jugendfeuerwehrarbeit gelingt nur mit qualifiziertem Personal. Der Vorstand der Kreisjugendfeuerwehr hat deshalb im Frühjahr 2026 erneut einen Jugendgruppenleiter-Lehrgang organisiert, um den Betreuerteams das nötige Rüstzeug für die Nachwuchsarbeit zu vermitteln. An mehreren Wochenenden und Zusatzabenden wurden theoretische Inhalte gelehrt und zum Teil auch praktisch umgesetzt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: „In den Reihen unserer Kinder- und Jugendfeuerwehren haben wir nun 19 neue Jugendgruppenleiter/innen“, so Kreisjugendfeuerwehrwartin Natascha Meier.
Ohne die Jugendfeuerwehren wäre den Einsatzabteilungen vermutlich längst der Nachwuchs ausgegangen. Ein hohes Maß an Verantwortung kommt dabei den Betreuerteams zu. „Sie müssen mit großem Engagement und viel Kreativität dafür sorgen, dass die Kinder und Jugendlichen mit Spaß bei der Sache bleiben, um später einmal in die aktive Wehr zu wechseln“, sagt Meier. Der Gruppenleiter-Lehrgang hat dazu das nötige Grundwissen geliefert. Anders als in früherer Zeit fand die Schulung nicht als Internatsveranstaltung, sondern als Blockunterricht an der Kreisfeuerwehrzentrale und im Gerätehaus Hiddenhausen Schweicheln-Bermbeck statt. „Große Unterstützung haben wir vom Amt für Jugend und Familie des Kreises Herford bekommen“, so die Kreisjugendfeuerwehrwartin. „Insgesamt sechs Referenten der Kreisverwaltung füllten den Lehrgang mit Leben.“ Mehr als 40 Unterrichtsstunden sind so zusammengekommen.

19 Ehrenamtliche aus allen Teilen des Kreisgebietes nahmen mit Erfolg an einem Jugendgruppenleiter-Lehrgang teil.
(Foto: Kreisjugendfeuerwehr)
Von Dienstplangestaltung bis Kindeswohlgefährdung
Die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen bildete ein zentrales Schwerpunktthema. Wie erstelle ich einen ansprechenden Dienstplan, der sowohl die allgemeine Jugendarbeit, als auch die feuerwehrtechnische Ausbildung angemessen berücksichtigt? Wie motiviere ich die Mitglieder meiner Kinder- oder Jugendfeuerwehrgruppe zur Mitarbeit und was ist in diesem Zusammenhang unter einem kooperativen Führungsstil zu verstehen? Auf diese und weitere Fragen wurden Lösungen gesucht und am Ende auch gefunden. Natascha Vogel, eine der Lehrgangsteilnehmenden, ist besonders der Seminartag zur Erlebnispädagogik in Erinnerung geblieben. Dabei lernten die angehenden Jugendgruppenleiter/innen, wie sie durch praktische, actionreiche Gruppenaufgaben den Teamgeist und das Selbstvertrauen der Kinder und Jugendlichen fördern. „Die Betreuer/innen konnten die Methoden praktisch ausprobieren und sich dadurch gut in die Rolle der Kids hineinversetzen“, meinte Vogel.
Die Unterrichtseinheit „Recht“ befasste sich mit den gesetzlichen Pflichten, Rechten und Verantwortlichkeiten, die die künftigen Jugendgruppenleiter/innen übernehmen – hauptsächlich, um Unfälle zu vermeiden. Das Thema Kindeswohlgefährdung/Kinderschutz zählte zu den besonders heiklen Bestandteilen des Lehrgangs. Die Ehrenamtlichen wurden für den Schutz von Kindern und Jugendlichen sensibilisiert. Gleichzeitig wurde ihnen Handlungssicherheit für den „Ernstfall“ gegeben. Einen weiteren Punkt im Lehrplan bildete die Antidiskriminierung bzw. gesellschaftliche Vielfalt (Diversität). Im Verlaufe der Unterrichtseinheit erhielten die Betreuer/innen das Wissen und die Haltung, um eine offene, gerechte und vorurteilsfreie Gemeinschaft in der Kinder- bzw. Jugendfeuerwehr zu schaffen.
Die Leistungsspange zählt zu den höchsten Auszeichnungen während der Jugendfeuerwehrzeit. Daneben gibt es die Kinder- und Jugendflamme. Diesen Bereichen widmete das Ausbilderteam ebenfalls Zeit, um zu klären, welche Anforderungen im Einzelnen für eine Teilnahme an den Wettbewerben erforderlich sind. Schließlich stand noch die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit auf der Tagesordnung. Die Präsenz in den Medien ist für die Nachwuchsorganisationen der Feuerwehr wichtig, um neue Mitglieder zu gewinnen.
Kreisjugendfeuerwehrwartin Natascha Meier zog am Ende ein positives Fazit: „Das war ein abwechslungsreicher Lehrgang. Es gab einen intensiven Erfahrungsaustausch und die Kameradschaft wurde gestärkt!“ Im Kreis Herford sind momentan 17 Jugendfeuerwehren aktiv, die 484 Mitglieder zählen. Insgesamt 196 Löschbambini sind in den sieben kreisweit aktiven Kinderfeuerwehren organisiert. (Natascha Vogel, Redaktion: kfv-herford.de)
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