32. Orientierungslauf der Jugendfeuerwehr Vlotho
Vlotho. Keine andere Jugendfeuerwehr-Veranstaltung im Kreis Herford kann auf eine ähnlich lange Tradition zurückblicken: Am Fronleichnamsfeiertag (4.06.2026) fand der Orientierungslauf der Jugendfeuerwehr Vlotho statt – und das zum mittlerweile 32. Mal. Rund 120 Nachwuchskräfte bewiesen Geschick, Teamgeist und vor allem viel Kondition; denn unterwegs waren die unterschiedlichsten Aufgaben zu lösen. Ein heftiger Regenschauer, der am späten Nachmittag in Vlotho niederging, tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Am Ende nahm die Jugendfeuerwehr Herford-Schwarzenmoor den Siegerpokal mit nach Hause.
Jugendwart Philipp Korte, Vertreter Patrick Wiegner und das übrige Betreuerteam haben die Strecke ausgearbeitet. „Sie misst knapp vier Kilometer und ist normalerweise in einer Stunde zu schaffen“, sagt Korte. Doch an der Strecke gibt es sechs Spiel-Stationen, sodass die Gruppen deutlich länger unterwegs sein werden. Bei der diesjährigen Neuauflage gehen 16 Jugendfeuerwehren an den Start. Einige Mannschaften kommen aus dem benachbarten Kalletal (Kreis Lippe), was Korte sehr freut.
Bevor es los geht, decken sich die Jugendlichen mit Proviant ein. Im „Haus der Feuerwehr“ Am Bullerbach werden Bananen und Äpfel verteilt. Eine Stärkung ist auch nötig; denn die Strecke führt zunächst den 170 Meter hohen Bonneberg hinauf. Am Gerätehaus der örtlichen Löschgruppe wartet die erste Aufgabe auf die Feuerwehrjugend. Die Fahrzeughalle ist mit künstlichem Nebel verraucht. Jannis (11) und Nick (12) von der Jugendfeuerwehr Kalletal-Hohenhausen (Kreis Lippe) machen sich mit der Wärmebildkamera auf die Suche nach fünf Gegenständen, die Feuerwehrmann Jan Grabowski im Gebäude versteckt hat. Bereits nach zwei Minuten haben die beiden Jungen die Ausrüstung, darunter Verteiler, Stützkrümmer und Systemtrenner, gefunden. Zwei weitere Trupps, die bereitstehen, werden deshalb nicht mehr gebraucht. Weiter geht es zu Hof Besler. Hier lautet die Aufgabe „Wassertransport über lange Wegstrecke“. Das erweist sich als gar nicht so einfach, weil es keine Pumpe gibt. Stattdessen füllen Samuel (10) und Lenja (12) von der Jugendfeuerwehr Enger das Wasser mit Trichtern in den Schlauch. Julius (10) rennt los, um das kühle Nass mit den Händen hindurchzudrücken. Entscheidend ist die Wassermenge, die nach fünf Minuten im Eimer am anderen Ende der Leitung landet. „Mit 31 Zentimetern Füllhöhe hat die Jugendfeuerwehr Herford-Elverdissen den bisherigen Spitzenwert erreicht“, sagt Schiedsrichter Tim Papenhoff.
(v.l.) Nilas, Robin und Inka von der Jugendfeuerwehr Herford-Schwarzenmoor beim munteren Gewichte-Raten.
Mit dem Bollerwagen geht es für die Jugendfeuerwehr Rödinghausen-Süd über den Bonneberg.
Wie schwer ist eigentlich eine Tauchpumpe?
Auf einem Firmengelände an der Wilhelmstraße muss der Nachwuchs die „Gewichts-Challenge“ meistern. Es gilt vorbereitete Karten, auf denen Gewichtsangaben vermerkt sind, den Ausrüstungsgegenständen zuzuordnen. Auf diese Weise lernen Nilas (15), Robin (13) und Inka (16) von der Jugendfeuerwehr Herford-Schwarzenmoor, das eine Feuerwehr-Tauchpumpe 25 Kilo wiegt und eine Warnweste nur 200 Gramm. Danach heißt es an der Straße Im Prüßfeld „Der Boden brennt!“ Die Mitspieler bewegen sich deshalb auf Getränkekisten, die sie von hinten nach vorne weiterreichen, über eine Wiese, um einen Teppich zu erreichen. Nachdem alle Teilnehmenden auf dem Bodenbelag stehen, muss der gewendet werden. „Allerdings darf kein Fuß die Wiese berühren, sonst gibt es Strafpunkte“, erklärt Lara Link von der Feuerwehr Vlotho. Auf dem Gelände eines örtlichen Möbelhändlers an der Loher Straße steht noch ein weiteres Wasserspiel auf dem Programm. Diesmal muss das Löschmittel mit Schwämmen transportiert werden, die auf den Feuerwehrhelmen befestigt sind. Dann geht es für die Mannschaften den Bonneberg hinunter zurück zum „Haus der Feuerwehr“. Zum Abschluss sind die Betreuer gefordert. Sie hangeln Feuerwehrhelme an einem Bauzaun entlang – dürfen dazu aber nur die markierten Felder benutzen. Die Betreuer der Jugendfeuerwehren Kalletal-Kalldorf, Kalletal-Hohenhausen und Hiddenhausen Schweicheln-Bermbeck zeigen Bestleistungen: Sie bringen innerhalb von fünf Minuten fünf Helme ins Ziel.
Bürgermeister kommt zur Siegerehrung
Bürgermeister Rocco Wilken lobt während der Siegerehrung die Feuerwehrjugend. „Jeder Einzelne von Euch hat die Aufgaben mit Ehrgeiz und Teamgeist gelöst.“ Eine solche Veranstaltung sei nur möglich, weil ein engagiertes Team dahinter stehe, ergänzt Wehrführer Torsten Sievering. „Ihr habt einen tollen Tag erlebt und den Bonneberg erkundet“, meint Kreisjugendfeuerwehrwartin Natascha Meier. Schließlich kann die Jugendfeuerwehr Herford-Schwarzenmoor mit 403 Punkten (Gruppe 1) und 392 Punkten (Gruppe 2) einen Doppelsieg erlangen. Auf den weiteren Plätzen folgen die Mannschaften Hiddenhausen Schweicheln-Bermbeck 2 (383 Punkte) und Enger (378 Punkte). Der Fairnesspokal, mit ihm wird besonders vorbildliches Auftreten belohnt, geht in diesem Jahr an die 1. Mannschaft der Jugendfeuerwehr Schweicheln-Bermbeck.
Jens Vogelsang
(Text u. Fotos)
Das Team der Jugendfeuerwehr Spenge.
(v.l.) Jannis u. Nick haben Ausrüstungsgegenstände mit der Wärmebildkamera gefunden.
Die Mannschaften 1 u. 2 der Jugendfeuerwehr Kalletal-Hohenhausen.
Wassertransport der besonderen Art: Das kühle Nass wird in den Schlauch gefüllt und dann mit den Händen hindurchgedrückt.
Die Jugendfeuerwehr Enger zeigt wie es geht.
Team Enger
„Der Boden brennt!“ Deshalb kann sich die Jugendfeuerwehr Schweicheln-Bermbeck nur mit Hilfe von Kisten fortbewegen.
Am Ende wird der Teppich gewendet, während die Teilnehmenden darauf stehen bleiben.
Team Herford-Mitte
Wasserspiel Nummer 2: Diesmal wird das Löschmittel mit Schwämmen transportiert, die auf den Helmen befestigt sind.
Die Betreuer sorgen für Zusatzpunkte.
Siegerehrung im Gerätehaus Am Bullerbach

Die langjährige Leiterin des Ordnungsamtes, Martina Lübkemann, wird mit einem Blumenstrauß bedacht.
Gruppenfoto der Siegermannschaften
Platz 1 geht in diesem Jahr an die 1. Mannschaft der Jugendfeuerwehr Herford-Schwarzenmoor.