Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Löhne
Löhne. Die Werretalhalle Löhne war am Freitagabend (13.03.2026) fest in Feuerwehrhand. Aktive, ehemals Aktive, Jugendfeuerwehrleute und viele Gäste hatten sich im Saal 1 zur Jahresarbeitstagung versammelt. Christian Ehlert, Leiter der Feuerwehr Löhne, und Vertreter Marvin Haase zogen ausführlich Bilanz: Einsätze, Personal, Ausbildung und Investitionen lauteten dabei die Schlagworte. Am Schluss der Veranstaltung wurde es feierlich: Verdiente Feuerwehrleute wurden geehrt - andere erhielten ihre Beförderungsurkunden.
Mit einer Schweigeminute gedachten die Wehrleute gleich zu Beginn der Arbeitstagung ihrer verstorbenen Kameraden. Pfarrer a.D. und Feuerwehrseelsorger Theophil Nemetschek fand unter dem Bibelzitat „Alles hat seine Zeit“ einfühlsame Worte.
Bürgermeister Christian Antl bedankte sich in seinem Grußwort für die kontinuierliche Arbeit und das Engagement der Wehrleute. „Was Sie für die Menschen in Löhne leisten, ist nicht selbstverständlich.“ Der Bürgermeister kam auf die notwendigen Investitionen für die Feuerwehr zu sprechen. Nur wenn Personal und Equipment vorhanden und auch gut untergebracht seien, könne es eine leistungsfähige Wehr geben. Die Haushaltslage der Stadt Löhne ist angespannt. Antl betonte allerdings: „An der Sicherheit der Löhnerinnen und Löhner werden wir nicht sparen!“
Bürgermeister Christian Antl bedankt sich im Namen von Rat und Verwaltung für die im letzten Jahr von den Feuerwehrleuten geleistete Arbeit.
Christian Ehlert, Leiter der Feuerwehr, erstattet ausführlich Bericht.
Vizechef Marvin Haase berichtet über die Neubeschaffungen und den Ausbildungsbereich.
Großbrand gelöscht, Kind mit der Wärmebildkamera gerettet
Wehrführer Christian Ehlert präsentierte im Anschluss die Zahlen, Daten und Fakten des vergangenen Jahres. Zu 504 Einsätzen rückte die Wehr in 2025 aus (2024: 428). Eine Steigerung gab es unter anderem bei den Feueralarmen: 108 Brände löschten die Wehrleute - ein Jahr zuvor waren es nur 81. Ehlert, der im Hauptberuf bei der Berufsfeuerwehr Osnabrück beschäftigt ist, sprach von einem bundesweiten Trend. Die Zahl der technischen Hilfeleistungen ist dafür auf 299 Fälle zurückgegangen (2024: 347). Der größte Einsatz ereignete sich Anfang März 2025. Damals stand auf dem Gelände des Unternehmens Relux Rohstoffe am Scheidkamp die Produktionshalle in Flammen. Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig: Altbatterien explodierten aufgrund der extremen Temperaturen. „Das zeigt nochmal, dass unsere Arbeit mit Gefahren verbunden ist“, so Ehlert. Der Brand konnte erst nach 30 Stunden gelöscht werden. Dazu sei ein massiver Wasser- und Schaumeinsatz erforderlich gewesen, so Ehlert. Und noch einen weiteren besonderen Einsatz erwähnte der Feuerwehrchef. Am 29. November war plötzlich ein 8-jähriger Junge vom Weihnachtsmarkt in Mennighüffen verschwunden. Mit Hilfe der Feuerwehrdrohne samt Wärmebildkamera gelang es, den Knirps als „kleinen weißen Punkt“ in einem Waldstück ausfindig zu machen. „Die Drohne hat rund 20.000 Euro gekostet“, erklärte Ehlert, „und die Investition war an diesem Abend jeden Cent wert!“
408 Mitglieder zählt die Feuerwehr Löhne momentan - davon 190 Aktive, die ihren Dienst bei den Löschgruppen Bahnhof, Mennighüffen, Obernbeck, Ort sowie beim Löschzug Gohfeld-Wittel versehen. 31 hauptamtliche Mitarbeiter sind an der Feuerwache beschäftigt, nachdem der Rettungsdienst in die Trägerschaft des Kreises Herford übergegangen ist. Jetzt gehe es darum, die Feuerwehr mit Maß weiterzuentwickeln, meinte Ehlert mit Blick auf die angespannte Haushaltslage der Stadt.
Anfang März 2025 steht die Produktionshalle des Unternehmens Relux in Brand. Eine riesige, pechschwarze Rausäule steigt in den Himmel.
(Foto: FW Löhne)
Neubau am Standort GoWi: Vergabeverfahren hat begonnen
Marvin Haase, stellvertretender Wehrführer, erläuterte anschließend die neuen Beschaffungen und informierte gleichzeitig über den Stand der Bauprojekte. So erhält die Feuerwehr Löhne noch in diesem Jahr zwei neue Gerätewagen-Logistik 2 (Volvo/Meindl u. MAN/Schmitz). Ende 2027 wird das neue Hilfeleistungslöschfahrzeug 10 (MAN/Magirus) für die Hauptamtliche Wache erwartet. Ferner soll die Wache eine neue Drehleiter 23/12 bekommen und der Löschzug Gohfeld-Wittel ein modernes Löschgruppenfahrzeug 10. Es gibt zudem Überlegungen, den in Löhne stationierten Einsatzleitwagen 2 vom Kreis Herford zu übernehmen. Am Standort Gohfeld-Wittel ist ein neues Gerätehaus mit sechs Stellplätzen geplant, wo unter anderem beide Gerätewagen-Logistik 2 untergebracht werden sollen. „Heute hat das Vergabeverfahren begonnen“, sagte Haase. Ein weiterer Meilenstein sei damit erreicht.
Der Vizechef berichtete danach über das Aus- und Fortbildungsprogramm der Wehrleute. Im vergangenen Jahr absolvierten 18 Feuerwehranwärter ihre Grundausbildung, die zusammen mit der Feuerwehr Kirchlengern stattfand. 83 Lehrgangsplätze wurden auf Kreisebene, 16 am Institut der Feuerwehr in Münster belegt. Daneben organisierte die Feuerwehr Löhne auf Stadtebene Atemschutznotfalltraining, Motorsägen-Fortbildung, Drehleitermaschinisten-Ausbildung und Fahrsicherheitstraining. Haase bedankte sich bei allen Ausbildern für das große Engagement und die zusätzlich investierte Zeit.
Jugendfeuerwehr mit langer Tradition
Eine gute Jugendarbeit sichert den Fortbestand der aktiven Wehr. In Löhne hat man das bereits vor mehr als 50 Jahren mit der Gründung der ersten Jugendfeuerwehr im Kreis Herford erkannt. Heute gibt es im Stadtgebiet fünf Nachwuchsgruppen mit insgesamt 110 Jugendlichen, davon 35 Mädchen. „Die Jugendfeuerwehr bietet unseren Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, bei der Teamarbeit, Verantwortungsbewusstsein und soziales Engagement vermittelt werden“, sagte Stadtjugendfeuerwehrwart Mathias Petermann. Im vergangenen Jahr fanden insgesamt 227 Gruppenabende statt. Den größten Anteil bildete die feuerwehrtechnische Ausbildung. Zwei Gruppen nahmen mit Erfolg an der Leistungsspangenabnahme in Bad Salzuflen teil.
Ralf Krause, Leiter der Ehrenabteilung, zog an diesem Abend ebenfalls ein positives Fazit. Neben den regelmäßigen Treffen der 65 Mitglieder stand die Besichtigung der Barre-Brauerei auf dem Programm.
Silke Vahrson-Hildebrand, Leiterin des Amtes für Bevölkerungsschutz, erinnerte in ihrem Grußwort daran, dass der Zivilschutz in unsicheren Zeiten verstärkt in den Fokus rücke. „Vieles ist während einer langen Zeit des Friedens und der Entspannung verlorengegangen.“ Stellvertretender Kreisbrandmeister Holger Klann informierte schließlich noch über die personelle Entwicklung und das Einsatzgeschehen auf Kreisebene. In diesem Jahr sei eine große Übung unter dem Stichwort „Massenanfall von Verletzten“ geplant.
Von Jens Vogelsang
(Text u. Fotos)
Ehrungen
Feuerwehrehrenzeichen des Landes NRW in Silber (25-jährige aktive Mitgliedschaft)
Mirko Brinkmann
Fabian Förster
Christian Nicolaus
Mathias Petermann
Svenja Prüßner
Daniel Rönnicke
Feuerwehrehrenzeichen des Landes NRW in Gold (35-jährige aktive Mitgliedschaft)
Volker Prüßner
Feuerwehrehrenzeichen des Landes NRW in Gold mit Kranz (50-jährige aktive Mitgliedschaft)
Ralf Godlinski
Ehrennadel des Verbandes der Feuerwehren
50-jährige Mitgliedschaft
Ralf Godlinski
60-jährige Mitgliedschaft
Wilfried Flottmann
Ehrennadel in Bronze der JF NRW
Mirko Brinkmann
Beförderungen
Feuerwehrmann/-frau
Andrea Buhlmann
Lena Csomos
Mattis Klingbeil
Mattis Köster
Rieke Kopperschläger
Felix Silber
Noah von Bargen
Oberfeuerwehrmann/-frau
Mia-Sophie Brune
Kira Meier
Mala Stell
Hauptfeuerwehrmann
Mathias Lieberwirth
Unterbrandmeister
Nikolai Klinner
Niklas Kopperschläger
David Stade
Brandmeister
Tim Weber
Oberbrandmeister
Sven Sattler
Julian Wehking
Brandinspektor
Henri Moschner
Christian Sander
Verabschiedung in die Ehrenabteilung
Ralf Godlinski
Frank Pielsticker
Wolfgang Schnitker
(v.l.) Stellv. Kreisbrandmeister Holger Klann, Klaus Westerholz (Kirchlengern) u. Lutz Kölling (Herford)
Abordnung der Jugendfeuerwehr
(v.l.) Stadtjugendfeuerwehrwart Mathias Petermann u. Kreisjugendfeuerwehrwartin Natascha Meier
Zahlreiche Ehrungen stehen auf dem Programm.
Seit 35 Jahren aktiv: Volker Prüßner (l)
Seit 50 Jahren aktiv: Ralf Godlinski (r)
Seit 60 Jahren Mitglied der Feuerwehr: Wilfried Flottmann (r)
Auszeichnung mit der Ehrennadel der Jugendfeuerwehr NRW: Mirko Brinkmann (l)
Beförderung zum Feuerwehrmann/ zur Feuerwehrfrau
Beförderung zur Oberfeuerwehrfrau: (v.l.) Mia-Sophie Brune, Mala Stell u. Kira Meier
Beförderung zum Hauptfeuerwehrmann: Mathias Lieberwirth
Beförderung zum Unterbrandmeister: (v.l.) David Stade, Niklas Kopperschläger u. Nikolai Klinner
Beförderung zum Oberbrandmeister: (v.l.) Sven Sattler u. Julian Wehking
Beförderung zum Brandinspektor: (v.l.) Henri Moschner u. Christian Sander
Gruppenfoto der Geehrten
Gruppenfoto der Beförderten