Produktionshalle beim Unternehmen Mehlhose steht in Flammen!

Großeinsatz der Feuerwehr Herford

20260205 025759Herford. Ein Großbrand hat in der Nacht zu Donnerstag (5.02.2025) auf dem Gelände der Firma Mehlhose an der Kiebitzstraße in Herford gewütet. Große Teile der Produktion des Herstellers von Bauelementen für Dachränder und Fassaden wurden dadurch zerstört. Zeitweise waren mehr als 100 Feuerwehrleute aus Herford und den Nachbarkommunen sowie weitere Helfer des Roten Kreuzes und Technischen Hilfswerks im Einsatz. Sie verhinderten ein weiteres Übergreifen der Flammen. Verletzt wurde niemand - der Sachschaden dürfte allerdings in die Millionen gehen. Erst wenige Stunden zuvor hatte der Dachstuhl eines Wohnhauses in Vlotho-Uffeln gebrannt.

Um kurz vor 2 Uhr löst die Leitstelle in Hiddenhausen-Eilshausen Großalarm für die Feuerwehr Herford aus (Feuer Stufe 3). Als die ersten Kräfte der Hauptamtlichen Wache und des Löschzugs Herford-Mitte vor Ort eintreffen, steht das Dach der Produktionshalle samt PV-Anlage bereits lichterloh in Flammen. Sechs Bewohner eines angrenzenden Wohnhauses werden deshalb vorsorglich in Sicherheit gebracht. Die Wehrleute bringen das Tanklöschfahrzeug 4000 und die Drehleiter im Innenhof in Stellung und beginnen mit den Löscharbeiten. Weitere Trupps aus Diebrock, Elverdissen und Schwarzenmoor, die Atemschutzgeräte tragen, rücken mit Strahlrohren vor. Eine zusätzliche Drehleiterbesatzung kommt vom Löschzug Enger-Dreyen. Sie wird an der gegenüberliegenden Seite eingesetzt. Schnell fressen sich die Flammen in das Innere des Gebäudes vor. „Uns bleibt nur die Brandbekämpfung von außen“, sagt Einsatzleiter Karsten Buschmann. „Ein Innenangriff wäre viel zu gefährlich!“ Kreisbrandmeister Bernd Kröger eilt aus Spenge herbei, um sich vor Ort ein Bild der Lage zu machen.

20260205 032627Auf dem Gelände der Firma Mehlhose an der Kiebitzstraße steht eine Produktionshalle in Flammen.

20260205 034413Feuerwehrleute aus Herford und den Nachbarkommunen übernehmen die Löscharbeiten.

Wasserversorgung bereitet Probleme

Der Mehlhose-Komplex erstreckt sich von der Kiebitzstraße bis zur Ackerstraße. An beiden Straßen werden Unterflurhydranten in Betrieb genommen. Die Schlauchleitungen verlaufen so aus zwei Richtungen auf das Betriebsgelände. Zusätzlich ist das Wechselladerfahrzeug der Kreisfeuerwehrzentrale mit dem Abrollbehälter „Wasser“ angerückt, der 8.000 Liter fasst. Doch die Löschwasserversorgung bereitet trotzdem Probleme. „Frische Atemschutzgeräteträger werden ebenfalls gebraucht, um den Großbrand zu löschen“, sagt Karsten Buschmann. Er veranlasst deshalb die Erhöhung der Alarmierungsstufe auf „Feuer Stufe 4“. Vom Löschzug Hiddenhausen Schweicheln-Bermbeck kommt jetzt eine weitere Gruppe, um die Löscharbeiten zu unterstützen. Aus Enger, Kirchlengern und Löhne rücken Tanklöschfahrzeuge an, die zum Wassertransportmodul gehören. Die Besatzungen schaffen das Wasser im Pendelverkehr herbei. Mehrere Unterflurhydranten an der Füllenbruchstraße dienen als „Zapfstellen“.
Noch immer wüten die Flammen in dem Gebäudeteil. An zwei Seiten schließen sich Produktions- und Lagerhallen an. „Die gilt es zu halten“, sagt Karsten Buschmann. Mit einer Spezialsäge schneiden die Einsatzkräfte eine Öffnung in ein Hallentor. Ein Trupp rückt vor, um zu kontrollieren, ob die Brandwand im Inneren dem Feuer standhält. Die Führungskräfte kommen im Einsatzleitwagen 2 zusammen, den die Informations- und Kommunikationsgruppe der Löschgruppe Löhne-Ort in Betrieb genommen hat. Sie besprechen das weitere Vorgehen. Eine Drohne liefert dazu Bilder aus der Luft, die auf einem Bildschirm zu sehen sind. Noch einmal werden Kräfte nachgefordert, darunter Schlauch- und Gerätewagen aus Bünde und das Großtranklöschfahrzeug aus Hüllhorst (Kreis Minden-Lübbecke).
Die Betreuungskomponente des Roten Kreuzes vom Kreisverband Herford-Stadt kümmert sich derweil um die evakuierten Bewohner. Sie werden, genauso wie die Einsatzkräfte, mit warmen Getränken versorgt. Schließlich finden die Löscharbeiten bei klirrender Kälte statt. Ein Streuwagen der Stadt ist im Einsatz, da sich durch das Löschwasser bereits gefährliches Glatteis gebildet hat. Zudem stehen zwei Rettungswagenbesatzungen aus dem Regelrettungsdienst für alle Fälle bereit. Am Vormittag werden letzte Nachlöscharbeiten durchgeführt. Erst danach können Beamte der Polizei mit den Ermittlungen zur Brandursache beginnen.

Von Jens Vogelsang
(Text u. Fotos)

20260205 041546Karsten Buschmann, Leiter der Feuerwehr Herford, hat die Einsatzleitung übernommen.

20260205 043428Kreisbrandmeister Bernd Kröger (l) macht sich ein Bild der Lage.

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