Kompakte Alleskönner!

Die neuen Fahrzeuggenerationen in München und Frankfurt a.M.

HLF20 BFFrankfurt b.jpgMünchen/Frankfurt. Die Hilfeleistungslöschfahrzeuge (HLF) der großen Berufsfeuerwehren sind Tag für Tag im Einsatz. Ihr Anforderungsprofil ist deshalb speziell: Sie müssen robust und zuverlässig sein, ausreichend Platz für Mannschaft und Gerät bieten, aber auch gut durch den dichten Großstadtverkehr zu manövrieren sein. Die Berufsfeuerwehren München und Frankfurt am Main haben erst kürzlich ihre neuen HLF-Generationen vorgestellt. Was sofort auffällt: Die neuen Modelle sind nicht größer, breiter und schwerer geworden, sondern stattdessen kompakter und wendiger.


Insgesamt 80(!) neue Hilfeleistungslöschfahrzeuge 20 (HLF 20) stellt die Feuerwehr München bis Ende 2028 in Dienst. Die ersten beiden Prototypen hat Feuerwehrausrüster Ziegler (Giengen a.d. Brenz)  bereits im November 2025 in die bayerische Landeshauptstadt geliefert, wo sie nun von den Berufsfeuerwehrleuten und Ehrenamtlichen ausgiebig getestet werden.

Die Fahrzeuge sind auf einem MAN-Fahrgestell (Typ TGM 16.320 4×2, 320 PS/235 kW, Euro 6) aufgebaut und zeichnen sich durch ihre kompakten Abmessungen aus. So beträgt die Gesamtlänge 8,04 Meter, die Breite 2,44 und der Wendekreis unter 15 Meter, sodass auch enge Straßen und Plätze passierbar sind.  Ziegler hat den „knappen Zuschnitt“ optimal ausgenutzt. Das flexible Aufbausystem ALPAS (Aluminium-Paneel-System) bietet viel Raum zur Unterbringung der gesamten feuerwehrtechnischen Beladung. Durch den tiefen Schwerpunkt des HLF werden optimale Fahreigenschaften sowie eine günstige Entnahme-Höhe der Gerätschaften gewährleistet. „Die neuen Fahrzeuge erfüllen genau unsere Anforderungen“, sagt Jörg Fiebach, Projektleiter der Berufsfeuerwehr. 

Auch die Mannschaftskabine Z-Cab wurde speziell für die Anforderung der Feuerwehr München  konfiguriert. Sie bietet Platz für acht Einsatzkräfte (1/7) und ist mit einem Actiontower für zusätzliches Gerät ausgerüstet. Besonderes Augenmerk wurde auf die Sicherheit gelegt: Die Z-Cab ist nach der strengen ECE R29-3-Norm zertifiziert. Der 16-Tonner hat 1.600 Liter Wasser und 120 Liter Schaummittel in den Tanks. Im Heck befinden sich die Normaldruckpumpe (Ziegler FPN 10-2000-1H) und Schaumzumischanlage (Ziegler Foam System 24).

Die neue HLF-Generation der Feuerwehr München ist mit den digitalen Ziegler-Produkten Z-Connect und Z-Remote ausgestattet. Es besteht dadurch erstmals die Möglichkeit, die Fahrzeuge untereinander digital zu vernetzen. Ziegler spricht deshalb von einer smarten HLF-Flotte mit Konnektivitäts-Technologie. Die Feuerwehr München setze mit ihr neue Maßstäbe in Sachen Effizienz, Service und letztendlich Sicherheit, meint der Feuerwehrausrüster. Auffällig ist die neongelbe Beklebung: Rauten bilden die Basis für das neue Design. Das Münchener Kindl ist in Übergröße auf den roten Rollläden abgebildet, um die Verbundenheit mit der Landeshauptstadt zum Ausdruck zu bringen.    

 

HLF20 FWMünchen aNeue HLF-Generation der Feuerwehr München: MAN mit Ziegler-Aufbau und Konnektivitäts-Technologie.
(Foto: Feuerwehr München)


HLF20 BFFrankfurt b.jpgNeue HLF-Generation der Feuerwehr Frankfurt a.M.: Mercedes-Benz mit Schlingmann-Aufbau und modernem Design.
(Foto: ots/ Feuerwehr Frankfurt/ Marc Dickler)

 

Die Feuerwehr Frankfurt hat ebenfalls die Weichen in Richtung Zukunft gestellt. Ab April 2026 werden schrittweise 24 brandneue HLF in Dienst gestellt. Feuerwehrausrüster Schlingmann (Dissen a.T.W.) liefert die Fahrzeuge auf Mercedes-Benz-Fahrgestellen (Typ Atego 1530 F, Straßenantrieb, 299 PS/220 kW, Euro 6). Die Stadt investiert dafür rund 14 Millionen Euro. Der erste Prototyp wurde am 4. Dezember 2025 im Feuerwehr- und Rettungstrainingscenter (FRTC) präsentiert. Rund 500 geladene Gäste, Mitarbeitende der Berufsfeuerwehr sowie Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr erlebten die Premiere vor Ort mit – weitere 1.000 im Livestream.

Die Verantwortlichen der Feuerwehr Frankfurt haben ähnliche Überlegungen in die Planung des neuen Fahrzeugkonzeptes einfließen lassen, wie ihre Kollegen in München. „Frankfurt hat sich verändert: Engere Straßen, mehr Verkehr und die Mobilitätswende erfordern kompaktere und wendigere Fahrzeuge“, heißt es von der Branddirektion. Deshalb ist die neue HLF-Generation nur noch 7,10 Meter lang und damit einen halben Meter kürzer als die Vorgängerversion. Sie ist zudem technisch einfacher aufgebaut, um Wartungszeiten zu reduzieren. Gleichzeitig ist das „HLF 2026“ weiterhin für alle erdenklichen Einsatzlagen ausgestattet, auch wenn die Beladung an den neuen, kompakteren Aufbau angepasst werden musste.  Moderne Rettungsgeräte von Weber Rescue Systems und Werkzeuge von Milwaukee (System M18), deren  Akkus kompatibel sind, sorgen zudem für mehr Flexibilität.  Hervorzuheben sind die innovativen „Smart-Features“, die eine intelligente Überwachung und Steuerung der Rettungsgeräte in Echtzeit bieten. „Robustheit, Verlässlichkeit und Zukunftsfähigkeit stehen klar im Mittelpunkt", sagt Markus Röck, Direktor der Branddirektion Frankfurt am Main, zum aktuellen Konzept. Die neue HLF-Generation führt 1.600 Liter Wasser mit und verfügt über eine Schaumzumischanlage (Typ Firedos DZ 1000 light) mit zusätzlicher Fasspumpe zur (externen) Schammittelnachfüllung. Eine Tauchpumpe samt 3-kVA-Stromerzeuger und ein zusätzlicher B-Druckabgang im Frontbereich zählen zu den weiteren Besonderheiten.   

Im Zuge der Beschaffungsmaßnahme wurde das neue „Frankfurter Design“ entwickelt, mit dem Ziel, den Fahrzeugen ein modernes Aussehen zu verleihen und gleichzeitig die Sichtbarkeit zu verbessern. Die Grundfarbe ist Tagesleuchtrot mit schwarzen Akzenten. Hochreflektierende silberne Elemente sorgen für eine bessere Erkennbarkeit bei schlechten Sichtverhältnissen. Der Frankfurter Adler ist auf jedem neuen Einsatzfahrzeug der Blickfang – großflächig und ebenfalls reflektierend.

Ab April 2026 werden die neuen HLF im Vier-Wochen-Takt ausgeliefert – immer drei Fahrzeuge gleichzeitig. Die alte Flotte, sie stammt aus dem Jahr 2013, wird größtenteils verkauft. Nur sechs Fahrzeuge bleiben für Ausbildungszwecke im Bestand. (Feuerwehr München, Feuerwehr Frankfurt, Redaktion: kfv-herford.de)

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