Zusammenarbeit zugesichert
Ulm/Donau. Ältere Feuerwehrfahrzeuge aus der Produktion der Magirus GmbH könnten für mehrere Gerätehausbrände ursächlich sein. Diese Vermutung äußerte vor kurzem das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung (IFS) in Kiel, das zuvor Untersuchungen durchgeführt hatte. Jetzt hat sich der Feuerwehrausrüster aus Ulm/Donau selbst zu Wort gemeldet: Magirus sichert in einer Pressemitteilung (18.12.2025) die volle Unterstützung bei der Aufklärung der Schadensserie zu.
Laut Medienberichten kam es in den letzten neun Jahren in 20 Feuerwehrhäusern zu größeren Bränden, die offenbar durch abgestellte Feuerwehrfahrzeuge ausgelöst wurden. Insgesamt 13 der 20 Brände sollen nach den Feststellungen des IFS von älteren Fahrzeugen der Iveco Magirus Brandschutztechnik (heute Magirus GmbH) ausgelöst worden sein. Dabei soll es sich konkret um Fahrgestelle vom Typ Iveco EuroCargo bzw. darauf basierenden Feuerwehrfahrzeugen der Baureihe Iveco Magirus EuroFire aus den Baujahren 1995 bis 1999 gehandelt haben. (Redaktion: kfv-herford.de berichtete Anfang November 2025.)
Die Magirus GmbH hat zwischenzeitlich auf die Berichterstattung in den Medien reagiert und nach eigenen Angaben eine umfassende Prüfung eingeleitet. Dazu wurde Kontakt zum IFS in Kiel aufgenommen. „Wir unterstützen die Analyse und transparente Aufarbeitung“, erklärt das Unternehmen. Die ersten gemeinsamen Untersuchungen von IFS und Magirus fanden auf Einladung des Ulmer Unternehmens Mitte Dezember am Hauptsitz im Donautal statt. „Nach derzeitigem Kenntnisstand beziehen sich die geschilderten Vorfälle ausschließlich auf die Fahrgestelle bestimmter Baujahre“, stellt der Feuerwehrausrüster klar. Aufbauten, für die ähnliche Fahrgestelle, aber aus anderen Produktionszeiträumen verwendet worden seien, hätten keinerlei Auffälligkeiten gezeigt.
Ältere Magirus-Fahrzeuge sollen mehrere Gerätehausbrände verursacht haben. Das Unternehmen hat nun angekündigt, den Sachverhalt gemeinsam mit dem Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung in Kiel aufzuarbeiten. (Foto: Magirus)
Magirus nehme die Hinweise sehr ernst, heißt es in der Pressemitteilung weiter. „Obwohl keine Erkenntnisse auf einen systematischen technischen Defekt oder ein erhöhtes Brandrisiko des Aufbaus hindeuteten, habe man pro-aktiv, also aus einer Initiative, Schritte eingeleitet. „Dazu gehören die Kontaktaufnahme mit dem IFS und die umfassende Analyse aller verfügbaren Informationen.“ Außerdem stehe der offene Austausch von technischen Daten unter Einbeziehung von Experten als auch die Kontaktaufnahme mit dem Hersteller der Fahrgestelle (Anm. Iveco/Italien) im Vordergrund. Magirus begrüßt im Übrigen den Aufruf des IFS. Das Institut hat die Feuerwehren im Lande gebeten, mögliche Entstehungs- oder Beinahe-Brände an Fahrzeugen zu melden. Jede zusätzliche Information trage dazu bei, ein vollständiges Bild zu erhalten und mögliche Risiken auszuschließen, erklärt der Feuerwehrausrüster weiter. Die Sicherheit der Einsatzkräfte und der Bevölkerung habe für das Unternehmen Magirus oberste Priorität. „Wir gehen allen Hinweisen sorgfältig nach, bewerten sie faktenbasiert und informieren transparent“, sagt Magirus-CEO Fatmir Veselaj. Man werde die Öffentlichkeit und Feuerwehren fortlaufend über neue Erkenntnisse unterrichten. (Redaktion: kfv-herford.de)
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