Unfälle und Brände in der Silvesternacht vermeiden!

Sicherheitstipps des Kreisfeuerwehrverbandes Herford

Feuerwerk Valentin de FlickrKreis Herford. Menschen, die mit Knalltraumata und Verbrennungen in der Notaufnahme landen – Mülleimer, Hecken und ganze Wohnungseinrichtungen, die in Flammen aufgehen: Der unsachgemäße Gebrauch von Böllern und Raketen kann schlimme Folgen haben. Angesichts des bevorstehenden Jahreswechsels gibt der Kreisfeuerwehrverband Herford Tipps, um Unfälle und Brände in der Silvesternacht zu vermeiden. „Wer weiß, worauf zu achten ist und umsichtig handelt, ist auf der sicheren Seite“, sagt Kreisbrandmeister Bernd Kröger, der Vorsitzende des Verbandes.

Zugelassenes Silvesterfeuerwerk der Kategorie F 2 (Kleinfeuerwerk: Raketen, Batterien, Knallkörper und ähnliche Artikel) darf in den Geschäften nur während der letzten drei Tage des Jahres (29.12. – 31.12.2025) und nur an Erwachsene verkauft werden. „Beim Erwerb ist unbedingt darauf zu achten, dass die Feuerwerkskörper mit dem CE-Zeichen versehen sind und damit den grundlegenden Sicherheitsanforderungen entsprechen“, erklärt Kröger. Legales Feuerwerk muss zudem über eine Registrierungsnummer verfügen. Damit werde die Zulassung durch eine anerkannte europäische Prüfstelle, wie die Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung (BAM), bestätigt, sagt Kröger. „Kaufen Sie keine Billigprodukte oder gefährlichen Feuerwerkskörper aus dem Ausland, bei denen die Kennzeichnung fehlt“, so der Apell des Feuerwehrchefs. Die BAM in Berlin warnt ebenfalls vor den illegalen Knallkörpern. Sie enthielten häufig nicht nur Schwarzpulver, sondern seien daneben mit einem viel stärker reagierenden Blitzknallsatz gefüllt. Zudem sei die Nettoexplosionsmasse nicht selten bedenklich hoch. „Zündet ein solcher Knallkörper in der Hand, kann das Gehörschäden, schwere Verbrennungen, bis hin zum Verlust der Finger zur Folge haben“, erklärt ein Experte der Behörde.

Feuerwerk Valentin de FlickrBöller und Raketen sind wie Sprengstoff: Deshalb sollte immer auf die Sicherheit geachtet werden. (Foto: valentin.de, Flickr).

sicheres silvester BAMZugelassenes Feuerwerk ist am CE-Zeichen und der Registrierungsnummer zu erkennen.
(Abb.: BAM)

Pyrotechnik zählt wie Sprengstoff zu den explosionsgefährlichen Materialien. Deshalb sollte nach dem Anzünden immer ein ausreichender Sicherheitsabstand von mindestens acht Metern eingehalten werden. „Tragen Sie das Feuerwerk niemals am Körper, etwa in Jacken- oder Hosentaschen“, so der Kreisbrandmeister, „und zünden Sie Blindgänger auf keinen Fall erneut an!“ Raketen brauchen zudem eine „Abschussrampe“, damit sie ungehindert aufsteigen können. „Flaschen, die in einer Getränkekiste stecken, damit sie nicht umfallen, bieten sich dafür an“, sagt Kröger. „Zielen Sie mit den Feuerwerkskörpern niemals auf Menschen oder Tiere und achten Sie immer darauf, dass Gebäude und Fahrzeuge nicht getroffen werden.“
Die Erfahrungen der Feuerwehr haben gezeigt, dass vor allem Balkone und Terrassen in der Silvesternacht gefährdet sind, weil sich hier viele Dinge ansammeln. Leicht entzündliche Materialien, wie Altpapier oder der trockene Weihnachtsbaum, können durch eine verirrte Rakete oder einen achtlos weggeworfenen Böller schnell Feuer fangen. „Ein Brand im Außenbereich greift schnell auf die komplette Wohnung über“, weiß Kröger. Er rät deshalb, alles Brennbare von Balkonen und Terrassen zu entfernen und auch die Mülltonnen samt „gelben Säcken“ rechtzeitig aus der „Gefahrenzone“ zu bringen. „Halten Sie Fenster und Türen in der Silvesternacht unbedingt geschlossen!“
Im Notfall sollten eigene Löschversuche nur dann unternommen werden, wenn diese noch ohne Eigengefährdung möglich sind. Ansonsten gilt: Die Feuerwehr über die Notrufnummer 112 verständigen und die Wohnung mit allen Personen verlassen. Bernd Kröger wünscht sich eine friedliche Silvesternacht: Er appelliert an die Menschen, kein Feuerwerk auf die Einsatzkräfte zu werfen und die Arbeit der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und der Polizei nicht zu behindern – auch wenn das eigentlich selbstverständlich sein sollte. (Redaktion: kfv-herford.de)

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