Einheiten aus Enger, Spenge, Hiddenhausen und Bünde gemeinsam im Löscheinsatz
Bei einem Feuer auf dem Gelände der Firma Werk-Lack in Enger-Besenkamp wurde Anfang Juli eine Lagerhalle völlig zerstört. Nach ersten vorsichtigen Schätzungen entstand ein Sachschaden von rund 100.000 Euro. Menschen wurden nicht verletzt. Ein Großaufgebot der Feuerwehr verhinderte Schlimmeres. Insgesamt waren mehr als 100 Wehrleute aus Enger, Spenge, Bünde und Hiddenhausen vor Ort. Der Engeraner Wehrführer Jürgen Tomann koordinierte gemeinsam mit Kreisbrandmeister Wolfgang Hackländer das Einsatzgeschehen.
“Gegen 22 Uhr hörte ich plötzlich einen Knall“, berichtete Michael Berg, Leiter der Löschgruppe Enger-Nord. Zu diesem Zeitpunkt hielt sich der Hauptbrandmeister in seiner Wohnung auf. Im Lager der Firma Werk-Lack an der Industriestraße, rund zwei Kilometer entfernt, hatte sich offensichtlich eine Verpuffung ereignet. Davon war auch Michael Rogowski, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Enger, überzeugt. „Die Außenmauern des Gebäudes zeigen deutliche Spuren einer Explosion!“
Gegen 22,11 Uhr wurde die Feuerwehr der Stadt Enger unter dem Stichwort „Feuer Stufe 2“ alarmiert. Ein Anwohner hatte zuvor Feuerschein auf dem Firmengelände gesichtet und die Leitstelle informiert. Michael Berg und seine Männer erreichten mit ihrem Löschgruppenfahrzeug als erste Einheit den Hersteller von Lackfarben im Industriegebiet. Wenig später war Stadtbrandinspektor Tomann ebenfalls zur Stelle. Die Einsatzlage gestaltete sich zunächst schwierig, denn in der Lagerhalle brannte Collodiumwolle, ein Stoff der als Bindemittel für Nitrolacke Verwendung findet. „Gerade getrocknete Collodiumwolle ist wegen ihrer Leichtentzündbarkeit besonders gefährlich“, so Jürgen Tomann. Die Dachhaut der Lagerstätte stand zu diesem Zeitpunkt bereits in Flammen.
Damit drohte auch Gefahr für die unmittelbar angrenzende Produktionshalle, in der weitere explosionsgefährliche Stoffe abgestellt waren. Die Einsatzleitung entschied daher umgehend, weitere Kräfte aus dem Kreis Herford nachzufordern. So wurden die Löschzüge Lenzinghausen, Spenge-Mitte, Bünde-Mitte, Eilshausen und Schweicheln-Bermbeck nach Enger-Besenkamp beordert. Alle Einheiten rückten dabei mit speziellen Pulverlöschanhängern aus. Das Wechselladerfahrzeug der Kreisfeuerwehrzentrale sowie ein ähnliches Fahrzeug der Feuerwehr Hiddenhausen mit einer 750 Kilogramm Pulverlöschanlage waren ebenfalls binnen kürzester Zeit an der Einsatzstelle. Gerade für Löschmaßnahmen in explosionsgefährlichen Bereichen sei Pulver ein besonders effektives Löschmittel, so ein Feuerwehrsprecher vor Ort.
Die Einsatzstelle wurde schließlich in zwei Abschnitte aufgeteilt. In beiden Bereichen rückten die Wehrleute unter schwerem Atemschutz vor. Schließlich gelang es, die Tür der Lagerstätte zu öffnen und den Brand vollständig unter einer Pulverwolke zu ersticken. Im Anschluss wurde die Drehleiter im Innenhof in Stellung gebracht, um letzte Brandnester auf dem Dach abzulöschen. Wegen der anfänglich brisanten Lage waren vorsorglich zwei Rettungswagen angerückt. Der Rettungsdienst wurde aber letztlich nicht benötigt. Allerdings konnte eine mögliche Umweltgefährdung nicht ausgeschlossen werden. Mitarbeiter des Kreisumweltamtes begutachteten daher neben den Beamten der Polizei die Schadenstelle.
Um 23,45 Uhr konnte Einsatzleiter Jürgen Tomann „Feuer unter Kontrolle“ melden. Die Nachlösch- und Aufträumarbeiten waren allerdings erst weit nach Mitternacht beendet.
Um 23,45 Uhr konnte Einsatzleiter Jürgen Tomann „Feuer unter Kontrolle“ melden. Die Nachlösch- und Aufträumarbeiten waren allerdings erst weit nach Mitternacht beendet.
Jens Vogelsang
Text u. Fotos
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