Fahrzeug des Monats Juni 2018 - GW-L

Fahrzeug des Monats

Juni 2018

Gerätewagen Logistik 2 (GW-L 2)
Einsatzfahrzeug der Feuerwehr Spenge
Standort: Gerätehaus Spenge-Mitte, Eschstr. 1 – 3
Funkrufnahme (OPTA): Florian Spenge 1 GW-L2 1

Technische Daten

Fahrgestell (Hersteller)

Scania, Södertälje (Schweden)

Typ

G360 CB

Motor

6-Zylinder-Dieselmotor (Euro 5)

Hubraum

13 Liter

Leistung

265 kW (360 PS)

Antriebsart/Radformel

4x4

Bereifung

Singlebereifung

Getriebe

mechanisches Getriebe mit automatisiertem Schaltsystem
Typ Scania Opticruise

Höchstgeschwindigkeit

ca. 100 km/h

Abmessungen

7,80 m (L), 2,55 m (B), 3,50 m (H)

zul. Gesamtgewicht

18 t

Ausbau/ Ausrüstung
(Konstruktion)

Albert Ziegler Feuerschutz GmbH, Rendsburg
Aufbau
- Gerätekoffer zwischen Kabine und Pritsche
- Bauart: Alu-Panneel-System (ALPAS)
- Laderaum für 8 Rollcontainer (RC)
- Bauart: Pritsche/Plane
Ladebordwand (Ladebühne)
- Typ Palfinger (geteilte Ausführung)
- Leistung: max. 1,5 t
- in gefaltetem Zustand geringer hinterer Überstand
Seilwinde
- Typ Rotzler TR 030/6 Fire
- Zugkraft: max. 5 t (einfacher Zug)

Beladung
- Stromerzeuger (Leistung: 13 kVA)
- Seilzug/Mehrzweckzug MZ 32 (Zugkraft: max. 3,2 t)
- Schnelleinsatzzelt
- Beleuchtungscontainer mit Strahler u. Stativ
- Tische u. Bänke (2 Garnituren)
max. 8 Rollcontainer (RC), (jeweils 1,20 m/L x 0,80 m/B)
(standardmäßig werden 3-4 RC mitgeführt)
vorhanden sind zurzeit:
- RC Wasserschaden 1
- RC Wasserschaden 2
- RC Ölschaden
- RC Rüstholz 1
- RC Rüstholz 2
- RC Be- und Entlüftungsgerät
- RC Dekon (Dekontamination)
- RC Schaummittel
- RC Ölbindemittel

Sondersignalanlage

optisch
- Typ Hänsch DBS 975 in LED-Technik
- 2 LED-Zusatzblitzer oberhalb der Windschutzscheibe
- 4 LED-Frontblitzer im Kühlergrill
- Heckabsicherung in LED-Ausführung
akustisch
- Presslufthörner (Typ Max B. Martin)
- „Bulhorn“ (Typ Jumbo-Fischer)
Funkanlage
- Einbau: Digitalfunk OWL
Fahrzeug-Beklebung (Sign-Service, Stadthagen)
- Design „Feuerwehr Spenge“

Besatzung

4 Einsatzkräfte

Baujahr/Indienststellung

2017

amtl. Kfz-Kennzeichen

HF-SP 1119

technische Informationen: Nils Ebmeyer, FW Spenge

Wissenswertes:
Die Aufgaben der Feuerwehr sind im Laufe der Jahre gewachsen. In gleichem Maße hat der Gerätewagen-Logistik (GW-L) an Bedeutung gewonnen. Um ihre vielfältigen Aufgaben noch erfüllen zu können, benötigen die Wehren nämlich eine immer umfangreichere Ausrüstung, für die der Platz auf einem herkömmlichen Löschfahrzeug knapp ist. Mit dem GW-L steht nun ein Laster zur Verfügung, der zum einen über viel Stauraum auf der Ladefläche verfügt und der zum anderen zwei zusätzliche Geräteräume für die feuerwehrtechnische Beladung bietet. Über die Ladebordwand am Heck kann das Fahrzeug schnell und sicher be- und entladen werden. Im Unterschied zum Rüstwagen (RW) verfügt der Logistik-LKW in aller Regel über keine fest eingebauten Aggregate. Er dient in erster Linie zum Transport von Feuerwehrgeräten, Ölbindemittel, Rüsthölzern und dergleichen. Oft handelt es sich um Materialien, die im Rahmen von Unwetter- oder Umweltschutzeinsätzen gebraucht werden. Die Logistik-Laster sind häufig mit größeren Kabinen ausgestattet, die bis zu neun Einsatzkräften Platz bieten. Auch das unterscheidet sie von den Rüstwagen, die lediglich über Fahrerhäuser für einen Trupp (drei Einsatzkräfte) verfügen.

Nach Norm in zwei Größen eingeteilt

Der GW-L ist seit April 2015 in zwei Größen genormt. Der „Logistik 1“ besitzt ein handelsübliches LKW-Fahrgestell der Gewichtsklasse „Leicht“ mit Straßenantrieb, einer Ladefläche mit Plane oder einem Kofferaufbau, einem zulässigen Gesamtgewicht von maximal 7,5 Tonnen und einer Nutzlast von mindestens zwei Tonnen. Währenddessen basiert die größere Ausführung, der GW-L 2, auf einem serienmäßigen Fahrgestell der Gewichtsklasse „Mittel“ mit Allradantrieb und Single-Bereifung. Sein Aufbau besteht aus einem Gerätekoffer, einer Ladefläche, auf der mindestens sechs Rollcontainer bzw. Gitterboxen mit den Geräten für die unterschiedlichsten „Spezialaufgaben“ Platz haben, und einer Ladebordwand am Heck, deren Mindestnutzlast 1,5 Tonnen beträgt. Das Technische Hilfswerk (THW) verfügt über ähnliche Fahrzeuge, die unter der Bezeichnung Merkzweckkraftwagen (MzKW) eingesetzt werden.

Über Ziegler:

Im schwäbischen Giengen an der Brenz, wo Ziegler heute noch seinen Hauptsitz hat, nimmt die Geschichte des Feuerwehrausrüsters ihren Anfang. Dort gründet Albert Ziegler 1891 eine Schlauchweberei und fertigt mit zehn Mitarbeitern Feuerwehrschläuche. Innovative Produkte lassen das Unternehmen in der Folgezeit wachsen. Im Jahr 1938 entwickeln die Ziegler-Ingenieure eine Tragkraftspritze 8/8 (TS 8/8), die 800 Liter Wasser pro Minute bei einem Ausgangsdruck von acht Bar fördert. Diese Leistungsmerkmale haben über viele Jahrzehnte Bestand. In den 1940er Jahren folgen das Druckbegrenzungsventil und die Idee für den Leinen-Beutel. In der Nachkriegszeit steigt der Feuerwehrausrüster in den Fahrzeugbau ein. Das erste selbst entwickelte Einsatzfahrzeug ist ein Kleinlöschfahrzeug (KLF 6) nach den Baurichtlinien des Regierungspräsidiums Nordwürttemberg. Die Feuerwehr Adelberg (Landkreis Göppingen) erhält den Opel-Blitz der 1,75-Tonnen-Klasse 1955. Bereits seit den 1960er-Jahren fertigt das Unternehmen nicht nur genormte Feuerwehrautos, sondern auch Sonderfahrzeuge. 1969 wird das erste Flugfeldlöschfahrzeug in die dänische Hauptstadt Kopenhagen geliefert.
Heute umfasst die Produktpalette das gesamte Feuerwehrspektrum, von der Einsatzkleidung, über hochspezialisierte Pump- und Löschsysteme, bis hin zu Löschfahrzeugen aller Art. Die Produkte der Schwaben sind in über 100 Ländern für ihre gute Qualität, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit bekannt. In Deutschland unterhält das Unternehmen neben dem Stammsitz Giengen weitere Werke. Die Albert Ziegler Feuerschutz GmbH in Rendsburg (Schleswig-Holstein), die 1993 aus der Karosseriebaufirma Meisner Feuerschutz GmbH hervorgegangen ist, hat sich mit 80 Mitarbeitern auf die Herstellung von kleineren Löschfahrzeugen spezialisiert. Hier werden aber auch Gerätewagen-Logistik und Sonderfahrzeuge für das gesamte Bundesgebiet entwickelt und gefertigt. Ein dritter inländischer Produktionsstandort befindet sich in Mühlau (Sachsen). 2016, im Jahr des 125-jährigen Jubiläums, sind für die Unternehmensgruppe weltweit 1.200 Mitarbeiter tätig. Rund 850 Feuerwehrfahrzeuge werden ausgeliefert. Seit 2013 gehört Ziegler zur China International Marine Containers (Group) Ltd. (CIMC), einem weltweit führenden Anbieter von Logistik- und Energie-Equipment.

Über die Feuerwehr Spenge:

Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Spenge, gegründet am 13. Mai 1885, besteht aus zwei Löschzügen (Spenge-Mitte und Lenzinghausen) und drei Löschgruppen (Bardüttingdorf, Wallenbrück und Hücker-Aschen). Zurzeit zählt die Wehr 156 Aktive, davon 20 Frauen. Hinzu kommen 56 Mitglieder in der Ehrenabteilung und 37 Jugendfeuerwehrleute. Sie stehen unter Leitung von Wehrführer Thomas Reschke. Im Jahr 2017 rückte die Feuerwehr Spenge 110 Mal aus. (Redaktion: kfv-herford.de)

-Vo-

GW L 2 FW Spenge Klaus Fischer Ottobrunn a
Die Feuerwehr Spenge hat im vergangenen Jahr einen neuen Gerätewagen-Logistik 2 in Dienst gestellt.
Feuerwehrausrüster Ziegler fertigte den Aufbau im Werk Rendsburg und verwendete ein Fahrgestell
von Scania als Basis. (Foto: Klaus Fischer, Ottobrunn)

GW L 2 FW Spenge Klaus Fischer Ottobrunn b
Auf der Ladefläche haben neun Rollcontainer Platz, die mit Feuerwehrgeräten, Rüsthölzern,
Ölbinde- und Schaummittel beladen sind. (Foto: Klaus Fischer, Ottobrunn)

GW L 2 FW Spenge Klaus Fischer Ottobrunn c
Das Fahrzeug verfügt am Heck über eine geteilte Ladebordwand von Palfinger,
sodass die Rollcontainer sicher auf- und abgeladen werden können. (Foto: Klaus Fischer, Ottobrunn)

 

Hinweis: Der KFV Herford benötigt ständig interessante Fahrzeugfotos der Feuerwehr und übrigen Hilfsorganisationen zur Aktualisierung seiner Internetseite. Bildzusendungen unter Nennung des Urhebers an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Kommentar schreiben