Fahrzeug des Monats April 2017 - Magirus-Deutz LF16TS

Feuerwehrfahrzeug des Monats

April 2017

Löschgruppenfahrzeug 16-TS (LF 16-TS)
historisches Einsatzfahrzeug der Feuerwehr Kirchlengern, Löschgruppe Südlengern
(betreut durch den Förderverein der Löschgruppe Südlengern e.V.)

Technische Daten

Fahrgestell (Hersteller)

Klöckner-Humboldt-Deutz AG
- Werk Ulm (Donau)

Typ

F Mercur 125 A (A für Allrad)

Motor

6-Zylinder Deutz-Dieselmotor
- automatisch geregeltes Kühlluftgebläse

Hubraum

7.412 ccm

Leistung

125 PS

Getriebe

5-Gang-Allklauengetriebe

Antriebsart/Radformel

4x4

Radstand

3,70 m

Höchstgeschwindigkeit

ca. 75 km/h

zul. Gesamtgewicht

10 t

Aufbau/Beladung

Magirus-Deutz
- Werk Ulm (Donau)
Normbeladung für ein LF 16-TS (seinerzeit)
Einstufige Feuerlöschkreiselpumpe
- Leistung: 1.600 l bei 8 bar
- innerhalb des hinteren Sitzkastens im Mannschaftsraum
  auf dem Grundrahmen gelagert
- Saug- u. Druckrohre sind durch den Aufbau nach
  hinten zum Bedienstand geführt
- Einschalten erfolgt im Fahrerhaus
Tragkraftspritze (TS 8/8)
- Leistung: 800 l bei 8 bar
- im Heckraum gelagert
Schlauchmaterial
- 30 B-Schläuche
- 16 C-Schläuche
- 4 A-Saugschläuche (auf dem Dach)
Leitern (auf dem Dach)
- 2-teilige Schiebleiter
- 4-teilige Steckleiter
- Klappleiter

Besatzung

1/8 (Gruppe)

Baujahr/Indienststellung

1963

Wissenswertes:
Der Magirus Mercur glänzt noch immer so, als ob er gerade erst die Fabrikhalle von Magirus-Deutz in Ulm (Donau) verlassen hätte. Dabei hat das Löschfahrzeug bereits 54 Jahre „auf dem Buckel“. „Das Auto ist ein technischer Zeuge seiner Zeit“, sagt Heino Kuhle. Der stellvertretende Gemeindebrandmeister a.D. ist einer der Männer vom Förderverein der Löschgruppe Südlengern, die die alte Technik hegen und pflegen. Man habe sich zum Ziel gesetzt, den Oldtimer und seine Originalausrüstung möglichst lange im betriebsfähigen Zustand zu erhalten, so Kuhle. Jeder Interessierte könne so erfahren, welches Material den Feuerwehrleuten in den 1960er Jahren für die Brandbekämpfung zur Verfügung stand.

Spritztour nach Cuxhaven

Das alte Löschgruppenfahrzeug mit Tragkraftspritze (LF 16-TS) hat eine bewegte Geschichte durchlebt. 1963 wird es bei der Feuerwehr in Südlegern in Dienst gestellt. Als die Löschgruppe 1987 aus Mitteln des Bundes ein Nachfolge-Modell bekommt, will man den damals schon betagten Magirus unbedingt behalten. Zuviel Herzblut und zu viele Erinnerungen hängen an dem alten Auto. Alle Kameraden packen mit an. Und so entsteht hinter dem alten Spritzenhaus eine neue Garage für das alte „Schätzchen“. „Das hat den Steuerzahler keinen Pfennig gekostet“, sagt Kuhle; denn alles sei über Sponsoren finanziert worden. 1998 wird der Magirus einer umfangreichen Restaurierung unterzogen. Die Jugendfeuerwehr hilft mit. Als die Löschgruppe Ende März 2003 mit einem Mannschaftstransportfahrzeug ausgerüstet wird, muss das alte LF 16-TS nach 40 Jahren seinen Standort wechseln. Der Förderverein sorgt dafür, dass der Wagen in der Scheune eines befreundeten Landwirts (vorrübergehend) ein neues Zuhause findet. Der Magirus läuft und läuft und … Die Wehrleute vertrauen der alten Magrius-Technik, die als unverwüstlich gilt. Im gleichen Jahr reisen sie mit ihrem historischen Löschfahrzeug zum 75-jährigen Jubiläum der Ortsfeuerwehr Cuxhaven-Stickenbüttel und nehmen dort an einer Korsofahrt teil.

Zurück ins alte Spritzenhaus

2013 wird der Magirus 50 Jahre alt. Zur Feier des Tages polieren die Mitglieder der Löschgruppe und der Jugendfeuerwehr sein Bleichkleid auf hochglanz. Die Feuerwehrleute ziehen in ihr neues Gerätehaus und der Förderverein übernimmt das alte Spritzenhaus. Am Ende bekommt der Magirus wieder seinen ursprünglichen Stellplatz am alten Feuerwehrgerätehaus Südlengern.

Lüfterrad sorgt für den charakteristischen Sound

Die luftgekühlten Dieselmotoren waren in der Nachkriegszeit ein Markenzeichen von Klöckner-Humboldt-Deutz (Köln) und in der Folge auch vom Tochterunternehmen Magirus-Deutz in Ulm. Kein anderer deutscher Hersteller produzierte solche Motoren, die robust waren, aber auch einen entsprechenden Verbrauch hatten. Statt eines Wasserkühlers befand sich vor dem Motor ein großes Lüfterrad. Das sorgte zum einen für die Kühlung des Motors und andererseits für die charakteristische Motorakustik. Damals hatte die Luftkühlung gegenüber der Wasserkühlung klare Vorteile: Damit das Kühlwasser in kalten Winternächten nicht einfror, musste es aus den wassergekühlten Motoren umständlich abgelassen und vor Fahrtantritt wieder aufgefüllt werden. Die Deutzmotoren mit ihrem Kühlluftgebläse hatten deshalb seinerzeit einen klaren Wettbewerbsvorteil. (Redaktion: kfv-herford.de / Infos: Feuerwehr Kirchlengern-Südlengern)

-Vo-

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Ein Löschgruppenfahrzeug 16 mit Tragkraftspritze vom Typ Magirus F Mercur 125 A ist der
ganze Stolz der Löschgruppe Kirchlengern-Südlengern. (Foto: Redaktion: kfv-herford.de)

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Hinter dem Kühlergrill mit der Silhouette des Ulmer-Münsters rotiert ein mächtiges Lüfterrad,
das für Kühlung und den charakteristischen Motorsound sorgt. (Foto: Redaktion: kfv-herford.de)

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Gut zu erkennen sind die zweiteilige Schiebleiter und die vierteilige Steckleiter auf dem Dach.
(Foto: Redaktion: kfv-herford.de)

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Das Auto hat daneben jede Menge Schläuche an Bord. (Foto: Feuerwehr Kirchlengern)

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Arbeitsplatz des „Kraftfahrers“ und Maschinisten (Foto: Feuerwehr Kirchlengern)

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Die Armaturentafel mit den mechanischen Instrumenten und Bedienknöpfen. (Foto: Feuerwehr Kirchlengern)

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Für den Ausbau der Mannschaftskabine wurde damals noch Holz statt Plastik verwendet. (Foto: Feuerwehr Kirchlengern)

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Unverwüstlich: Der luftgekühlte Sechszylinder-Deutz-Diesel-Motor. (Foto: Feuerwehr Kirchlengern)

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1998 wird das Auto einer umfangreichen Restaurierung unterzogen. (Foto: Feuerwehr Kirchlengern)

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Kreisbrandmeister a.D. Dieter Wilkening (l) und Heino Kuhle haben so machen
Einsatz mit dem heute betagten Magirus gemeistert. (Foto: Redaktion: kfv-herford.de)

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Ausfahrt 2003: Die „Spritztour“ führt nach Cuxhaven. (Foto: Feuerwehr Kirchlengern)


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