Fahrzeug des Monats September 2013 - Seenotkreuzer

Fahrzeug des Monats

September  2013

Seenotkreuzer (SK) „Hermann Marwede“
der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS)
Standort: Hochseeinsel Helgoland (Südhafen/Ostmole)

Rufzeichen: DBAR

Technische Daten

Länge

46,00 m

Breite

10,55 m

Tiefgang

max. 2,80 m

Motoren

3 Schiffsdieselmotoren (MTU Diesel)

Leistung ges.

9.250 PS (6.800 kW)

Höchstgeschwindigkeit

25 Knoten (entsprechen 46 km/h)

Stamm-Besatzung

15 Mann

Stapellauf

2003

Einsatzgebiet

Deutsche Bucht

Tochterboot

„Verena“

Länge

8,90 m

Breite

3,60 m

Tiefgang

0,65 m (damit auch in flachen Gewässern einsetzbar)

Motoren

2 Jetantriebe

Höchstgeschwindigkeit

32 Knoten (entsprechen 59 km/h)

Wissenswertes:

Die „Hermann Marwede“ gilt noch immer als größter und modernster Seenotrettungskreuzer weltweit. Das Schiff der 46-Meterklasse ist bei der Fassmer-Werft in Berne (Landkreis Wesermarsch) im Jahr 2003 vom Stapel gelaufen. Der Rumpf war zuvor in Danzig (Polen) vorgefertigt worden. Der Rettungskreuzer wird von drei Motoren angetrieben: Eine Mittelmaschine (MTU Diesel Typ 16 V mit 3.700 PS) sowie zwei Seitenmaschinen (MTU Diesel Typ 12 V mit je 2.775 PS) liefern eine Gesamt-Motorleistung von 9.250 PS. Zusätzlich stehen zwei hydraulisch betriebenen Bugstrahl-Anlagen (mit je 142 PS) zur Verfügung, mit denen das Schiff bei Einsatz- und Hafenmanövern exakt positioniert werden kann. An Bord befinden sich die aktuellste Navigations- und Kommunikationstechnik sowie modernste Peilanlagen.
Zur medizinischen Behandlung von Kranken und Verletzten verfügt die „Hermann Marwede“ über ein Bordhospital, das mit einem EKG-Telemetriegerät, einer Warmluft-Beatmungsanlage und einem Notfall-Koffersystem ausgestattet ist. Die Ausrüstung ähnelt teilweise der Beladung eines  Notarztwagens. Die Stammbesatzung besteht aus 15 Nautikern und Technikern, die über das nötige Grundwissen zur Erstvorsorgung von Schiffbrüchigen verfügen. Gearbeitet wird in 24-Stundenschichten. Sofern erforderlich wird zusätzliches Personal, etwa Ärzte und Feuerwehrleute, an Bord genommen. Da auf dem Rettungsschiff ein Hubschrauberarbeitsdeck vorhanden ist, können bei Bedarf freiwillige Seenotärzte aus der Luft „nachrücken“.  Namensgeber des Seenotrettungskreuzers ist der frühere Großspender Hermann Marwede, der bereits 1959 verstorben ist. Das Tochterboot wurde auf den Namen „Verena“ getauft, so wie Marwedes Tochter.  
Vor rund 150 Jahren nahm die DGzRS ihre Arbeit auf. Die ersten Rettungsstationen entstanden auf den Ostfriesischen Inseln Borkum, Juist und Langeoog. Seit jenen Gründertagen konnten die Seenotretter mehr als 77.700 Menschen vor dem sicheren Tod auf hoher See bewahren. Bemerkenswert: Die Gesellschaft finanziert sich auch heute noch ausschließlich aus Spendengeldern, nimmt also keine staatlichen Zuschüsse in Anspruch. Mit den freiwilligen Zuwendungen (rd. 19 Millionen Euro jährlich)  wird eine der modernsten Seenotrettungsdienste weltweit unterhalten. 60 Seenotkreuzer und Rettungsboote sind an der deutschen Nord- und Ostsee jeden Tag 24 Stunden einsatzbereit. Hinzu kommen 550 Ehrenamtliche, die in ganz Deutschland außerhalb der Rettungsflotte für die Gesellschaft tätig sind. Die ersten der unverwechselbaren „DGzRS-Sammelschiffchen“ tauchten übrigens bereits 1875 auf.

-Vo-  


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Die „Hermann Marwede“ ist auf der Hochseeinsel Helgoland stationiert. Sie ist rund um die Uhr einsatzbereit.
(Foto: Werner Lohmeyer, Feuerwehr Hiddenhausen)

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Der Seenotrettungskreuzer verfügt über ein Hubschrauberlandedeck und ein Bordhospital. Tochterboot „Verena“
kann wegen seines geringen Tiefgangs auch in der Nähe von Sandbänken eingesetzt werden.
(Foto: Wolfgang Meinhart, Hamburg)  


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